Update zu Risiken mit Fremdwährungen

So, wie im Januar bereits angedroht, kommt nun das Quartalsupdate zu den Währungsentwicklungen. Der Euro ist über die ersten 3 Monate des ersten Quartals 2018 gegenüber den meisten Währungen im Vergleich erstarkt. Begründet liegt das wohl zum Einen in der gut laufenden Konjunktur in der Eurozone, der aktuellen politischen Stabilität in Europa sowie aber auch Unsicherheiten aus den USA (was den USD schwächt und andere Währungen zB EUR stärkt).

Ich habe wiederum die 10 Jahresperiode angeschaut, einfach ein Quartal nach vorne gerollt. Das heisst wir sehen nun hier die 10 Jahresperiode vom 31. März 2008 bis 30. März 2018 (der 31. März fiel auf einen Samstag, daher schliesst die Periode am Freitag). Es gab einige Veränderungen, welche ihr in der untenstehenden Grafik sehen könnt. Bitte beachtet, dass dies die jeweiligen Renditen der 10 Jahresperioden sind. Es wird also 31.12.2007 bis 30.12.2017 mit 31.03.2008 bis 30.03.2018 verglichen.

Quelle: Bloomberg / eigene Berechnungen

Wie ihr seht, konnte der Euro gegenüber dem Schweizer Franken, dem Britischen Pfund, dem Georgischen Lari sowie dem Australischen Dollar, teilweise beachtlich, zulegen. Gegenüber dem Polnischen Zloty und der Tschechischen Krone resultierten Verluste in der Vergleichsperiode. Aufgrund der Koppelung der Dänischen Krone an den Euro ist bei diesem Währungspaar keine Änderung eingetreten. Graphisch sieht dass dann so aus:

Quelle: Bloomberg/eigene Berechnungen (31.03.2008 – 30.03.2018)

Am eindrücklichsten sind natürlich die Bewegungen vom Euro gegenüber dem Schweizer Franken und dem Britischen Pfund. Während der Franken gegenüber dem Euro eingebüsst hat, ist das Pfund gegenüber dem Euro erstarkt. Pfundanlagen haben also gegen 8% an Wert gewonnen im verflossenen Quartal. Das hat sicherlich den einten oder anderen Euro Anleger in die Gewinnzone gebracht. Dies zeigt einfach schön, dass Währungen in nur wenigen Monaten locker zweistellig schwanken können. In Krisenzeiten können die Ausschläge natürlich noch heftiger ausfallen (siehe Jahrestabellen unten). Man sollte sich also daher zweimal überlegen, ob man wirklich Fremdwährungen ins Portfolio nehmen will. Es kann sich lohnen, aber auch nicht 😉 Im Sinne der Diversifikation wäre es natürlich angezeigt, auch etwas in den Währungen zu diversifizieren. Grossbritannien bietet da ja sehr viele Möglichkeiten im p2p Bereich. Schaut einfach, dass ihr keine zweite Collateral erwischt ;). Entschliesst man sich zum Währungswechsel, sollte man auf die Kosten achten. Die meisten Banken bieten relativ schlechte Wechselkurse. Meistens ist man mit Transferwise, Currencyfair (gibt 40 Euro Bonus für Neukunden, sofern mindestens 1K Euro getauscht werden, und mein Link genutzt wird) oder Revolut besser bedient.

Quelle: Bloomberg/eigene Darstellung; Jahresrenditen

und hier noch die anderen Währungen in tabellarischer Form:

Quelle: Bloomberg/eigene Darstellung; Jahresrenditen

Fazit

So, das wars mit einem kurzen Update zu den Währungen. Solltet ihr weitere Währungen wünschen, lasst es mich wissen. Ich nehme diese gerne in die Betrachtung auf. Das nächste Update folgt im Juli mit Daten per 30.06.2018. Entschuldigt bitte die lange Wartedauer seit meinem letzten Post, ich hatte mit technischen Unannehmlichkeiten zu kämpfen….

Wiedermal ein Kurzrückblick – es ist so einiges passiert

Estateguru ändert die Kreditstruktur nach Investitionsschluss

Ich hatte ja hier bereits über den ersten finnischen Kredit berichtet und meine Analyse dazu verlinkt. Nachdem der Kredit vollständig finanziert war, kam am Wochenende die Meldung, dass die Kreditstruktur angepasst wird. Ich dachte mir nur, dass kann doch nicht sein, dem habe ich nicht zugestimmt. Daher habe ich eine Email geschrieben, dass dies doch nicht geht. Mein Gebot wurde kurzerhand gelöscht, Estateguru hat meinen Kreditanteil übernommen. Eigentlich war das nicht die Meinung, denn ich hätte in den Kredit auch investiert, wenn diese Struktur klar gewesen wäre. Triin von Estateguru hat mir dann ausführlich erklärt, dass die Situation erst nach der Finanzierung des Projekts aufgetaucht ist, als man die letzten Vorbereitungen zu den Verträgen abschliessen wollte. Daher hat man entschieden weiterzumachen und die Investoren über den Umstand im Nachgang zu informieren. Objektiv betrachtet sehe ich die Vorgehensweise von Estateguru, denn die Situation der Investoren wird nicht wirklich schlechter durch die Strukturänderung (soweit ich das sehe). Subjektiv betrachtet passt es mir nicht, dass Projekte abgeändert werden können, nachdem ich geboten hatte. Glücklicherweise ist Estateguru in solchen Fällen kulant und lässt die Investoren raus. Ich frage mich nur, was passiert wäre, hätte ich einen grossen Kreditanteil… Ich werde auf jedenfall das Projekt weiterverfolgen, ich bin immernoch davon überzeugt, dass es gut kommt. Und das Estateguru an der Kommunikation arbeiten muss, ist ja nichts neues. Wer damit nicht umgehen kann, sollte die Finger von der Plattform lassen.

Im Statistikteil der Plattform sieht man nun, dass 2 Kredite im Status default sind und einer recovered wurde (es waren also bisher 3 Kredite die im Status ausgefallen waren.). Der Kapitalverlust steht immernoch bei 0, es ist also noch kein Investor zu schaden gekommen. Momentan hat es etwas mehr als 10’200 Investoren, bis dies 11’000 sind bietet Estateguru Neuinvestoren 1% Bonuszinsen auf alle Gebote während der ersten drei Monate. Um davon zu profitieren, meldet euch mit diesem Link an.

Mintos führt die Graceperiod ein

An sich ist das nichts neues, da die Kredite auch schon früher erst einige Tage (je nach Kreditvermittler) als verspätet gelistet wurden. Einen besonderen Status hatten die Kredite aber nicht, was jetzt geändert wurde. Im Geiste der Transparenz ist dies sicherlich ein Fortschritt. Ändert aber an der Tatsache nichts, dass für die Graceperiod keine Zinsen gezahlt werden ;). Die vielen Cashback Angebote machten auch bei der Darstellung der Kontenübersicht eine Anpassung notwendig. Neu weist Mintos die erhaltenen Boni in der Übersicht aus und deklariert diese im Kontoauszug nicht mehr als Deposit. In die Renditeberechnung fliessen diese aber glücklicherweise nicht ein (ja, wenn ihr aufgrund der Cashback Angebote sehr aktiv wart am Zweitmarkt, dann ist das ein Nachteil für euch). Man sollte der Renditeberechnung von Mintos aber ohnehin nicht zuviel Gewicht schenken und die Rendite nach XIRR berechnen in Excel.

Weitere Neuerungen bei den Anzeigeoptionen werden gerade implementiert, plus gibt es neu den ersten Kreditvermittler aus Südamerika (Kolumbien). Die Kredite sind leider in EUR gelisted, und nicht in USD.

V wie Viainvest oder doch besser Viventor?

Die Meldungen häufen sich, dass der autoinvest bei Viainvest die Gelder nicht mehr investiert. Es hat scheinbar einfach zu wenige Kredite. Schaut euch mal meinen aktuellen Artikel zu Viventor an, da gibt es genügend Kredite zu gleichen Kriterien wie bei Viainvest und das Ansässigkeitsformular für die Steuern habt ihr ja schon 😉 Neu brauchts keine Ansässigkeitsbestätigung mehr, nur noch Identifikationsdokument plus Wohnsitzbestätigung (= Stromrechnung oder Ähnliches. Ab jetzt gibt es 10 Euro Cashback, wenn ihr mindestens 500 Euro während 30 Tagen investiert. Registriert euch via diesem Link.

Brickowner

Ich habe ja das Entwicklungsprojekt von Brickowner bereits vorgestellt. Man kann dort übrigens auch ohne GBP Konto investieren und einfach per Kreditkarte zahlen. Warum ich immer nur auf ein Transferwise oder Revolut Konto hingewiesen habe? Ganz einfach: Will man das Geld nach Beendigung des Kredits wieder zurücküberweisen, fallen hohe Überweisungsspesen an, wenn man es sich auf sein Girokonto überweisen lässt. Dies nur so als Input am Rande.

Das Transferwise borderless Konto

Lange habe ich nach einer Möglichkeit gesucht um Geld von einer UK Plattform auf eine andere ohne Währungswechsel verschieben zu können. Folgende Möglichkeiten boten sich mir bisher: Ein GBP Bankkonto bei meiner Bank aufzumachen und die Gelder so nicht wechseln zu müssen. Das scheiterte aber daran, dass für Überweisungen in GBP über die Landesgrenze hinaus horrende Gebühren fällig waren. Die zweite Möglichkeit war – so glaubte ich zumindest – ein Bankkonto in Grossbritannien zu eröffnen. Das ist für einen Schweizer (für EU Bürger soltle es in der Theorie aber möglich sein) aber beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Bei Barclays wurde ich dennoch fündig, hätte aber ständig mindestens 25k GBP auf dem Konto haben müssen, und von den Gebühren her war das auch nicht interessant. Ich hatte die Hoffnung bereits aufgegeben, bis ich vom Transferwise borderless Konto erfahren habe.

Das Transferwise borderless Konto

Zuerst eins vorweg: Transferwise ist keine Bank und verfügt demnach auch über keine Banklizenz. Es handelt sich um ein Unternehmen mit einer e-money Lizenz. Hierbei gelten gewisse Vorschriften, welche unter anderem die Höhe der Zahlungen etc etwas einschränken.

Das borderless Konto ermöglicht es euch jetzt eine Art Bankkonto in Fremdwährungen mit nur einem Klick zu eröffnen. Momentan stehen die folgenden drei Währungen mit einer eigenen Kontonummer bereit: US-Dollar, Britisches Pfund und Euro. Zusätzlich könnt ihr ein Konto in folgenden Währungen eröffnen (habt aber keine eigene Kontonummer, könnt aber Fremdwährungen dort halten): Australische Dollar (AUD), Hong Kong Dollar (HKD), Neuseeland Dollar (NZD), Kanadischer Dollar (CDN), Ungarische Forint (HUF), Polnische Zloty (PLN), Schweizer Franken (CHF), Japanische Yen (JPY), Schwedische Kronen (SEK), Dänische Kronen (DKK), Norwegische Kronen (NOK), Singapur Dollar (SGD).

Und wie funktioniert das jetzt?

Ganz einfach, registriert euch bei transferwise und klickt dann auf borderless konto (mit vorherigem link ist die erste Überweisung kostenlos). Ihr müsst noch eine ID hochladen, und einige Tage später (momentan herrscht ein reger Andrang, daher dauert es etwas länger) sollte euer Konto freigeschaltet worden sein. Sobald ihr die Aktivierungsmeldung erhalten habt, könnt ihr eure Währungen dem Konto hinzufügen und loslegen. Wie gesagt, einmalige Kontodaten erhaltet ihr momentan nur bei USD, GBP und EUR, mehr Währungen werden folgen.

Ihr könnt dann direkt von eurem Bankkonto auf das borderless Konto überweisen (kostenfrei) und dann entscheiden, wann und ob ihr einen Währungswechsel machen wollt. Beim Wechsel erhaltet ihr den sehr guten Wechselkurs von Transferwise. Wenn ihr Geld vom borderless Konto auf eine Plattform oder euer Bankkonto transferieren wollt, kostet das eine kleine Gebühr. Aktuell kostet eine EUR Vergütung 0.6 Euro und eine in GBP 0.5 Pfund.

Meine Tests

Ich habe kleinere Beträge zwischen einigen UK Plattformen verschoben um den Service einmal zu testen. Die Transfers gingen flott, wenn die Plattform die Auszahlung, respektive die Gutschrift automatisiert hat. In so einem Fall dauerte die Überweisung keine 60 Sekunden. Andernfalls maximal einen Tag.

Gibt es auch Probleme?

Probleme würde ich nicht sagen, aber doch ist mir etwas nerviges passiert. Ich habe Geld zu Lendy (vormals Saving Stream) überwiesen, damit mein GBP Konto dort für Rückzahlungen hinterlegt werden kann (wie in diesem Artikel beschrieben, ändern Plattformen das Auszahlungskonto meistens nur, wenn man damit einzahlt). Ich habe danach festgestellt, dass die hinterlegte Kontonummer nicht der meinigen entspricht. Das hat damit zu tun, dass Transferwise die Zahlungen von einem Sammelkonto macht und nicht direkt von eurem Borderless Konto. Nach einigen Erklärungen an die Plattform, wurde dann meine Kontoverbindung hinterlegt. Seid euch dieser Unzulänglichkeit einfach bewusst.

Fazit

Sehr guter Service, genau was ich als p2p Anleger (vorallem für UK) brauche. Das Konto kann ich mir aber auch durchaus vorstellen um Währungsspekulationen durchzuführen, da die Wechselkurse einiges besser sind als bei den Banken und keine Kontoführungsgebühren anfallen.

Bei Fragen einfach posten.