Lenndy zieht von Litauen nach Lettland um (einige Gedanken)

Lenndy hat bekanntgegeben, dass die Plattform per 5. Mai von Lettland aus betrieben wird. Die bisherigen Kredite werden noch über lenndy.lt abgewickelt, alle neuen kommen über lenndy.com. Dies macht auch eine neue Registrierung auf lenndy.com notwendig (mit neuer emailadresse). Danach kann man den Account wieder mit Paysera verlinken (was bei mir aber momentan nicht funktioniert).

Hier noch die offizielle Ankündigung:
„Due to increased attraction from international investors, Lenndy is moving to Latvia and will be operated by SIA Lenndy. From the 5th of May 2017, lending marketplace will be operated by the company established in Latvia, which will engage in activities associated with the sale of claim rights of underlying loans.

Nothing is expected to change for current users – all obligations will be further handled by UAB Lenndy.

You can use your existing login details to reach your current investment portfolio. To invest in new loan projects published by SIA Lenndy you will have to register new account at www.lenndy.com and use a different email. Once registered, you will be able to link your Paysera account and invest in loan projects.

For any further questions you can reach us by email: hello@lenndy.com „

Was soll man davon halten?

Ich muss gestehen, ich war doch eher überrascht ob dieser Aktion. Vor allem warum tut man das einfach schnell schnell innerhalb von 2 Tagen und nicht sauber auf ein Monatsende? Ich habe das mal nachgefragt, eine Antwort ist noch ausstehend.

Natürlich kommen jetzt wieder wilde Gerüchte auf. So konnte ich lesen, dass Lenndy noch auf die Zustimmung der litauischen Nationalbank wartete, bezüglich seiner Geschäftsstruktur (Verbriefung der Kredite) in Litauen. Jetzt wird spekuliert, dass die Zustimmung nicht erteilt wurde, und man sich daher in einen weniger streng regulierten Raum (Lettland) begeben hat. Das ist schon möglich, da Lenndy der einzige Anbieter in Litauen ist, welcher nach dem Prinzip der Verbriefung (analog Mintos, Viventor, etc.) funktioniert.

Fazit
Ich denke, dass es wirklich so war, dass die Zustimmung der Nationalbank ausblieb. Dies aufgrund des Geschäftsmodels mit der Verbriefung. Die anderen litauischen Plattformen funktionieren alle nach dem originalen p2p Model. Grundlegend sehe ich kein Problem mit diesem Schritt nach Lettland, nur stört es mich, dass zuviele Plattformen ihren Sitz im gleichen Land haben, was für die regionale Diversifikation nicht zuträglich ist.

Warten wir es mal ab, was wir in den nächsten Tagen noch an Infos erhalten werden.

Bei Fragen einfach posten.

Saving Stream – ein Update zu meinen Erfahrungen

In meinem Jahresrückblick habe ich Saving Stream weit vorne platziert und versprochen mehr über diese Plattform zu erzählen. Aber wo fange ich am besten an? Es gibt soviel, ich beginne einfach irgendwo, und zwar bei der Einzahlung. Ich musste hier einen Währungswechsel vornehmen. Diese sind meistens teuer (und nicht ersichtlich, fragt mal eure Bank was sie an einem Währungswechsel verdienen, ihr werdet keine Antwort erhalten) und die Überweisungsgebühren kommen obendrauf. Ich empfehle daher Currencyfair und/oder Transferwise. Mit diesen Varianten könnt ihr echt Geld sparen.

Anpassung des Geschäftsmodells

Mitte Jahr hatte Saving Stream seine Investoren mit der Ankündigung der Einführung tieferer Zinsen schockiert. Tatsächlich dauerte es lange bis die ersten Kredite mit tieferen Zinsen kamen. Saving Stream hatte von Anfang an betont, dass sie an den 12 Prozent Krediten festhalten wollen, und einfach risikoärmere Kredite zu besseren Konditionen anbieten wollen, damit sie weiter wachsen können. Der Aufschrei unter den Anlegern war gross, und die meisten glaubten nicht an die Erklärung von Saving Stream. Wie sich aber mit den Monaten rausstellte hat Saving Stream exakt Wort gehalten und und viele viele 12% Kredite gebracht. Die tieferen variieren von 9 bis 11 Prozent, die Anzahl ist gering, und meistens sind es kleinere Kredite. Ich finde diese als Beimischung und Risikostreuung gar nicht so schlecht. Klar, man will immer den Maximalzins, aber sind wir doch ehrlich: Es ist besser auch sicherere Kredite mit ins Boot zu holen. Und wenn man einige 11er und 9er beimisch, ist die Durchschnittsverzinungs bei Saving Stream wahrscheinlich immernoch bei 11.5%, was ja sehr ordentlich ist.

Geringe Ausfallrate

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns in der Hochrisiko Zone befinden, denn ansonsten würden wir kaum 12 Prozent Zinsen erhalten. Genau deshalb finde ich es so erstaunlich, dass bei den über 100 von Saving Stream finanzierten Krediten, nur deren zwei ausgefallen (default) sind. Einer wurde so gut abgewickelt, dass aus dem Verkaufserlös die Investoren vollständig ausgezahlt wurden. Das heisst trotz des Konkurses dieses Kredites, hat niemand Geld verloren. Es folgte dann ein zweiter default, und auch bei diesem sieht es so aus, als könnte das glimpflich für die Investoren ausgehen. Und wenn nicht der ganze Kreditbetrag gelöst werden sollte, gibt es noch immer den Sicherheitsfonds, welcher bei Verlusten angezapft werden kann. Im Fonds befinden sich mehrere Millionen GBP, welche einen zusätzlichen Schutz bieten. Was genau der Fonds abdeckt, ob nur Kapital oder auch Zinsen, ist nicht abschliessend geklärt, da er noch nie eingreifen musste. Der Fonds wird von den Eigentümern von Saving Stream verwaltet und obgliegt deren Entscheiden. Aber ich denke, der Fonds wird zahlen, falls nötig, denn dafür ist er da, und verlorenes Investorgeld ist schlechte puclicity. Obwohl ich finde, dass dies nicht zählt, da jeder Investor um die Risiken wissen muss, die er eingeht. Von daher werde ich mich auch davon distanzieren, und Plattformen in die Verantwortung nehmen, falls ich Geld verliere. Das Geld gehört mir und ich alleine trage das Risiko. Ausgenommen davon sind natürlich Verletzung der Sorgfaltspflichten, Betrug und ähnliches.

Zinsen und Kauf auf Pump

Die Zinsen sind mir immer am 1. Tag des Folgemonats bezahlt worden, egal ob Sonntag, Feiertag oder Dienstag 😉 An Feiertagen kommen die Zinsen aber immer erst am späteren Nachmittag, die Mitarbeiter müsse wohl noch den Rausch vom Vorabend ausschlafen 😉

Was aber sensationell ist, ist dass man mit seinem Konto ins Minus gehen kann und dann 48 Stunden Zeit hat, sein Konto auszugleichen. Auch in dieser Zeit verdient man schon Zinsen. Das ist ein nettes Feature, welches mir erlaubt, zum Beispiel am 31. Dezember bereits meine Zinsen zu investieren, welche ich erst am 1. Januar erhalten werde. Das mache ich eigentlich immer so.

Eine sehr gute Plattform, welche ihr euch mal anschauen solltet, auch wenn ein Währungsrisiko zum Britischen Pfund besteht. Risiken können aber auch immer als Chancen angesehen werden. Happy Investing!

 

Was sind die grössten Fehler bei p2p Anlagen? 7 Grundsätze

Heute geht es nicht um eine Plattform im Speziellen, sondern um die Anlagen in p2p Kredite im Allgemeinen, und die Fehler die man dabei machen kann. Meine Aufzählung meiner sieben Grundsätze stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  1. Nicht auf Marketing der Plattformen reinfallen: Die meisten Plattformen brüsten sich mit buyback oder einere überragenden Kreditanalyse. Da die meisten Plattformen noch sehr jung sind, sind sie den Beweis noch schuldig, da sie nocht nicht lange am Markt sind.
  2. Nicht zu schnell agieren: was ich damit meine: Eine Plattform zuerst mit einem kleineren Betrag (500 Euro) testen. Auch wenn es nicht viele Angebote gibt, nicht auf dem Zweitmarkt ivnestieren, bis man versteht wie das auf der Plattform läuft. Vermeindlich gut aussehende Deals, können sich schnell in Verluste wandeln.
  3. Auf Diversifikation achten: Man sollte seine p2p Anlagen über mehrere (mindestens 5, besser mehr) Plattformen verteilen. Man sollte darauf achten, dass sich die Plattformen nicht alle im gleichen Land (Litauen, Lettland und Estland zähle ich hier als 1 Land) befinden. Auch wenn das mitunter Währungsrisiken bedeuten kann, sage ich -> Risiken sind auch Chancen, sie müssen einfach abgewägt werden.
  4. Nicht blind auf Blogger vertrauen: Ich versuche euch auf diesem blog einen objektiven Überblick zu geben. Aber auch ich bin nicht davor gefeit, auch mal eine krasse Fehleinschätzung abzugeben. Ich versuche mein bestes, aber wie gesagt, ich bin nicht unfehlbar. Das andere ist: Es gibt leider blogger, welche die Tatsachen zu rosig darstellen, damit sie damit Geld verdienen können (affiliate links). Daher mahne ich zur Vorsicht zu allem was im Internet steht.
  5. Man sollte mit den Anlagen gut schlafen können: Wenn einem die Angst um sein Geld in den p2p Anlagen nachts den Schlaf raubt, dann sollte man sich aus dieser Anlageklasse verabschieden. Es bringt nichts, nur wegen hoher Renditen etwas zu machen, was einem nicht behagt.
  6. Sich der Risiken bewusst sein: Ich weiss buyback suggeriert eine 100 prozentige Sicherheit, die es aber nicht gibt. Stellt euch mal die Frage: Warum kriege ich bei p2p 12% Zinsen, bei einer Firmenanleihe mit guter Bonität zwischen 0 und 1.5%. Der Bereich dazwischen wird Spread genannt und entschädigt das zusätzliche Risiko. In diesem Vergleich erscheinen p2p Anlagen als sehr risikobehaftet.
  7. Kann man sich einen Totalverlust leisten? Wenn ja, kann man locker in p2p Anlagen investieren. Wenn nein, und man dann Mühe kriegt die Rechnungen zu bezahlen, Finger weg! Als Richtgrösse würde ich sagen, dass man mindestens 2 bis 3 Monatsgehälter auf der Seite haben sollte, beor man den übersteigenden Teil in Aktien, p2p und so weiter investiert.

Wie gesagt, es gibt sicher noch mehr zu beachten, aber wenn man die sieben obengenannten Punkte befolgt, und sich kritisch damit auseinandersetzt, sollte man in der Lage sein, die Risiken minimieren zu können.

 

 

 

Wieviel sollte man bei p2p investieren?

Ja liebe Leser, diese Frage höre ich des öfteren und für einmal werde ich keinen Bericht zu einer Plattform schrieben, sondern versuchen eine Antwort auf diese wichtige Frage zu geben.

p2p ist Hochrisiko

Zuerst muss man sich darüber im Klaren sein, dass p2p Anlagen in die Sparte Hochrisiko gehören. Zweistellige Renditen gibt es nicht ohne entsprechendes Risiko. Da ändert auch das vermeindliche Wundermittel namens buyback nichts daran. Der buyback ist nur soviel Wert, wie derjenige der in anbietet und ist eng an dessen finanzielle Gesundheit gebunden. Geht der Buybackgeber bankrott, ist die Garantie futsch.

Andererseits muss man sich auch vor Augen halten, dass die meisten Plattformen noch relativ jung sind, und eine entsprechende Regulierung in diesem Bereich seitens der Behörden noch viel zu tun ist. Man verfügt hier also noch über sehr wenig Langzeiterfahrung.

Die Asset Allocation ist das A und O der Vermögensanlage

Was ist eine Asset Allocation? So bezeichnet man die Verteilung seines Vermögens oder Investmentkapitals auf die verschiedenen Assetklassen (Renten, Aktien, Immobilien etc). Es gibt Studien die belegen, dass die Auswahl der Asset Allocation gegen 80 Prozent der Rendite eines Portfolios ausmachen. Die gewählte Strategie ist also immens wichtiger als taktische Spielereien (Aktienquotenübergewichtung etc).

Und wie kommt man jetzt zur richtigen Asset Allocation für einen selbst? Das ist eine gute Frage und hängt zu einem grossen Teil von 2 Faktoren ab:

  1. Risikofähigkeit
  2. Risikotoleranz

Und was heisst das nun auf deutsch? Unter Risikofähigkeit beantwortet die Frage wieviel Risiko mit seinen Anlagen tragen kann. Dies wird abgeleitet aus dem vorhandenen Vermögen und den laufenden Verpflichtungen gegenübergestellt. Das heisst, man schaut wieviel Geld man verlieren kann, ohne dabei in Probleme zu geraten.

Die Risikotoleranz beantwortet die Frage nach dem wieviel Risiko man tragen will. Wobei man hier natürlich von der Risikofähigkeit abhängig ist. Sollte man nur wenige Risiken eingehen, da man gemäss der Risikofähigkeit nur einen kleinen Spielraum hat.

Und was heisst das nun in Bezug auf p2p?

Und jetzt kommt die Antwort, auf die ihr lange gewartet habt: Das kommt darauf an! Ich weiss das ist jetzt die vage Antwort die ihr nicht möchtet, aber die Antwort ist zu individuell als das man eine allgemeingültige Antwort geben könnte. Ich versuch es trotzem:

Aufgrund der erhöhten Risiken würde ich maximal 20 Prozent des Vermögens in p2p Kredite investieren. Man sollte auch nicht gleich mit 20 Prozent beginnen, sondern diesen Wert (sofern man dieses Risiko überhaupt tragen kann/will) langsam aufbauen und die Plattformen erstmal erforschen. Eine gute Diversifikation über mindestens 5 Plattformen (eher mehr) ist hier anzustreben. So würde auch der Bankrott einer Plattform einen kleineren Einfluss auf die gesamte p2p Anlage haben.

Ich hoffe ich konnte euch hier wenigstens ein bisschen helfen, falls ihr weitere konkrete Fragen habt, dann nutzt das Kontaktformular.  Falls ihr euch jetzt fragt, welche Plattform man nutzen sollte, dann schaut euch mal meine Beiträge an, es hat sicher etwas für euch darunter.