Linked Finance – Erfahrungen mit dem Investieren in Irische KMU Kredite

Gerne stelle ich euch heute Linked Finance aus Irland vor. Die Plattform wurde im März 2013 gelauncht und konnte somit vor einigen Tagen ihr 4 Jähriges Bestehen feiern. Gemäss eigenen Angaben ist Linked Finance die erste und grösste Irische p2p Plattform.

Kreditarten und Zinsen

Die Kredite sind alle mit einem fixen Zinssatz versehen und verfügen über Laufzeiten von 12 bis 36 Monaten und sind somit eher von kürzerer Dauer als bei anderen Plattformen. Schuldner sind immer Irische Unternehmen. Die Zinsen selbst bewegen sich im Bereich von 8.5 bis 15 Prozent, je nach Laufzeit und Risikoeinteilung (siehe rechtes Bild). Eine Risikoeinteilung in die Kategorie Y bedeudet, dass die Firma weniger als 24 Monate aktiv ist. Die Kredite haben eine Grösse von 5k bis 250k Euro. Bei den Krediten handelt es sich um Annuitätendarlehen, das heisst es gibt eine monatliche Rückzahlung von Kapital und Zinsen.

Sehr tiefe Ausfallraten und gute Statistiken

Quartalsweise publiziert Linked Finance sein Loanbook, wo viele statistische Daten publiziert werden. Ihr findet dies bei den Statistiken, aber müsst dafür eingeloggt sein. Per Ende 2016 belief sich die Ausfallrate auf magere 1.14 Prozent (höher als Lendix, aber trotzdem fantastisch). Die Zahl wurde berechnet in dem Kredite mit einer Laufzeit von weniger als 120 Tagen nicht einbezogen wurden. Das ist sehr fair, denn die meisten Kredite fallen nicht in den ersten drei Monaten aus und hätten so die Ausfallrate geschönt. Auch starkes Kreditwachstum hätte den gleichen Effekt. Mit der Ausklammerung der letzten Vier Monate schafft man eine solide Datengrundlage.

Die Registrierung sowie Ein- und Auszahlungen und die Investorengebühr

Eine Anmeldung dauert etwa 2 Minuten und ist wirklich einfach. Zusätzlich zum Passwort legt man noch einen 6stelligen Code fest, welcher jeweils bei der Anmeldung partiell abgefragt wird. Bei der Registrierung muss man noch keine Identifikationsdokumente hochladen. Jedoch dann bevor man eine Auszahlung beantragen kann. Deshalb schlage ich vor, man erledigt dies gleich nach der Registrierung. Ihr könnt die Dokumente dem Support per Email schicken.

Einzahlungen können gratis per Banküberweisung, oder Debit Card (prepaid Kreditkarte, gibt es bei Wirecard gratis und virtuell) getätigt werden. Bei Zahlungen mit Kreditkarte fallen 2 Prozent Bearbeitungsgebühren an. Vier Auszahlungen pro Jahr können kostenlos angefordert werden. Jede weitere Abbuchung wird mit 10 Euro berechnet. Daher gut überlegen, ob man wirklich etwas abheben will. Ich finde diese Gebühr gelinde gesagt eine Frechheit, aber man kann diese ja umgehen. Da wir gerade bei den Gebühren sind: Linked Finance berechnet den Investoren 1.2 Prozent jährliche Gebühren. Diese werden direkt von den Rückzahlungen abgezogen. Man muss sich hier also bewusst sein, dass wenn man eine durchschnittliche Verzinsung von 10.5 Prozent hat, man effektiv „nur“ 9.3 Prozent erwirtschaftet (Zinseszins ausgeklammert).

Fazit

Auch wenn mir die Gebühren ein Dorn im Auge sind, investiere ich doch gerne bei Linked Finance. Die tiefe Ausfallrate sowie die hohe Verfügbarkeit an Krediten machen das Investieren dort meines Erachtens interessant. Zudem muss man sagen, dass Transparenz bei den Gebühren wie auch Ausfällen gelebt wird.

 

 

 

 

 

Rebuilding Society – Das Jahr des Aufbruchs?

Wie ich in meiner Top Ten zum Jahresende schon beschrieben habe, war das Jahr 2016 eher durchzogen. Rebuilding Society hat seit Gründung gegen 11 Millionen Pfund gesammelt und an KMU weitergeleitet. Ich hoffe sehr, dass dies weitergeht.

2016 das Jahr der Ausfälle

Eins vorweg, mit Ausfällen muss man beim Investieren wohl oder übel leben. Bei Zinssätzen zwischen 16 bis 20 Prozent, sollte dies auch drinliegen. Rebuilding Society gibt für die letzten 12 Monate eine Ausfallrate von 10.9 Prozent, bei einen Durchschnittszinssatz von 16.7 Prozent an. Das ist schon heftig, und sollte eigentlich nicht passieren. Es sieht so aus, als wenn während einer bestimmten Periode aufgeschaltete Kredite häufiger ausfallen als in anderen Perioden. Das mag Zufall sein, und das hoffe ich auch schwer, ansonsten müsste man davon ausgehen, dass die Kreditprüfung geschlammt hätte.

Nunja, gegen Herbst des Jahres schien sich die Lage zu entspannen und ausgefallene Kredite konnten zumindest teilweise eingetrieben werden. Schön und gut, aber da waren die Investoren schon verschreckt und investierten in neue Kredite verständlicherweise nur zaghaft (wenn überhaupt). Diese Kombination ist für eine Plattform sehr gefährlich, da Erträge ausbleiben, und neue nur zögerlich erwirtschaftet werden. Glücklicherweise konnten troztem noch grössere Kredite finanziert werden, auch wenn die Auktionsdauer mehrmals verlängert wurde.

Was jetzt gebraucht wird…

Sind vorallem Kredite, welche nicht ausfallen und Investoren, welche neue Projekte finanzieren. Ich habe meine Einlagen erhöht, da ich recht gut gefahren bis dieses Jahr. Ich habe nur einen Kredit verkauft, der schon bei der ersten Rate zu spät war. Die restlichen Schuldner haben pünktlich bezahlt. Meiner Meinung nach ist der Ruf der Plattform schlechter, als er eigentlich sein müsste. Man hat meines Erachtens die Probleme erkannt und schon teilweise gelöst. Es ist noch ein weiter Weg, aber nach meinem letzten Kontakt mit dem Management bin ich guter Dinge. Ich sehe zudem auch, dass wohlhabende Investoren teilweise sehr grosse Beträge bieten (150k in einem Fall, 25k mehrfach in anderen Fällen). Es scheint also so, dass das Vertrauen der Grossinvestoren noch vorhanden ist. Ein sehr gutes Zeichen!

Falls ihr die Plattform risikolos testen wollt, dann könnt ihr euch über einen Rebuilding Society Link auf diesem Blog anmelden und kriegt GBP 10 zum Testen gutgeschrieben (kriege ich übrigens auch, ist kostenlos für euch). Falls ihr dann weiterinvestieren wollt, lege ich euch Currencyfair oder Transferwise für die Überweisung ans Herz. Ihr zahlt damit nur einen Bruchteil der Überweisungsgebühren bei eurere Bank des Vertrauens 😉

Fazit

Ich plane meine Einlage dieses Jahr kontinuirlich zu erhöhen, sofern alles läuft wie ich mir das vorstelle. Falls jemand von euch seine Erfahrung mit mir teilen möchte, immer her damit und kontaktiert mich.

 

 

 

rebuildingsociety.com – KMU Kredite in UK

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Rebuildingsociety.com ist eine p2p Plattform in Grossbritannien, welche Kredite von Investoren an kleinere und mittlere Unternehmungen (SME = small and mid entreprises) vermittelt.

Ich habe mir rebuildingsociety angeschaut, da ich eine Alternative zu Plattformen im Baltikum gesucht habe. Der englische Markt hat den grossen Vorteil, dass dieser im Bereich p2p schon sehr gut reguliert ist und das Anlegen in p2p Kredite schon beinahe zum Standard gezählt werden kann, und das nicht wie in anderen Ländern noch eine Nische ist. Der p2p Markt im United Kingdom hat 2015 schon stattliche 5% des gesamten Kreditvolumens ausgemacht.

Registration

Die Registrierung ist einfach, und man muss eigentlich nur seine Adresse angeben, welche dann für Leute mit Wohnsitz in UK geprüft wird. Für alle anderen Investoren steht die Plattform auch offen, man wird jedoch vom Support kontaktiert und muss ein Bild seiner ID oder dem Reisepass mailen. Danach wird man dann freigeschaltet. Dies kann einige Tage dauern. Um das ganze abzukürzen kann man nach der Registrierung dem Support das Bild des Passes oder der ID proaktiv vorab senden.

Willkommensbonus von GBP 10 und 0.5% cashback!

Sobald die Registrierung abgeschlossen ist und die Identität von rebuildingsociety bestätigt wurde, kriegt man eine Gutschrift von GBP 10 (aber nur wenn man sich über einen Link auf diesem Blog registriert, der selbe Betrag wird auch mir gutgeschrieben). Dies entspricht auch gleich der Mindestanlage in einem Projekt. Zusätzlich kriegt man noch 0.5% cashback gutgeschrieben auf seine Investition, sobald der Kredit finanziert ist. Man kann die Plattform also kostenlos und risikofrei testen. 

Kredite und Ausfälle

Die Kredite auf der Plattform werden von KMU in Grossbritannien angefordert. Diese beginnen bei GBP 50’000 und haben je nach Rating Zinssätze von bis zu 20%. Die Unternehmen kommen aus den verschiedensten Sektoren. Zudem hat man die Möglichkeit sich mit den Kreditnehmern in einer Art Forum für den Kredit auszutauschen und allfällige Fragen so zu klären.

Rebuildingsociety gibt die aktuelle Ausfallrate mit 9.6% an, was ich nicht als unbedingt tief errachte. Man muss sich aber vor Augen halten, dass bei Zinssätzen bis zu 20% ein erhöhtes Ausfallrisiko bestehen muss. Die Recovery Rate auf den Krediten wird mit 40% angegeben, was die Verlustrate auf etwa 5.8% runterbringt (9.6% x 40%). Das heisst also, sollte man von einem Ausfall betroffen sein, dass die Verluste (bei genügender Diversifikation) mehrfach von den erwirtschafteten Zinsen gedeckt sind und man trotzdem noch eine positive Rendite machen sollte.

Die Ausfälle haben die Investorengemeinde doch etwas aufgewühlt, wie man in diesem Forum in englischer Sprache nachlesen kann. Ich kann nicht beurteilen wieviel Gehalt in den Aussagen steckt, oder ob es sich um einige Investoren handelt, die ihre Anlagen nicht genügend diversifiziert haben und so von einer höheren Ausfallrate betroffen sind. Ausfälle gehören nunmal zum Investieren dazu. Was mich aber eher nachdenklich stimmt ist, dass einige Investoren der Plattform vorwerfen, sie reagiere bei Zahlungsverzügen zu langsam und zu wenig hart. Zudem wird immer wieder die Informationspolitik bemängelt. Ich werde hier meine Erfahrungen machen und mit euch teilen.

Auszahlung von Zinsen oder Geldern

Ein sehr nettes Feature finde ich, dass man Einstellungen vornehmen kann, wie man die Zinsen ausgezahlt haben will oder nicht. Man kann einstellen, dass man die ganzen oder die halben Monatszinsen ausbezahlt bekommt. Oder die Zinsen reinvestiert werden, oder das ein fixer Betrag monatlich ausgezahlt wird. Oder ganz klassisch, dass man die Auszahlungen selber beantragt. Das finde ich ganz toll, und habe ich noch auf keiner anderen Plattform gesehen. Unten seht ihr den Screenshot davon:

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Fazit

Ich finde rebuildingsociety eine interessante Plattform (auch wenn mir das Design teilweise etwas Angst macht 😉 ). Ich muss die Plattform aber die nächsten Monate weiter testen um mir ein besseres Bild machen zu können, bevor ich einen grösseren Betrag einzahlen kann. Für Interessierte kann ich nur empfehlen den Willkommensbonus zu ergattern und die Plattform so kostenlos und risikofrei zu testen.

In einigen Monaten werde ich ein Update zur Plattform auf diesem Blog veröffentlichen.

Hier seht ihr noch einen Screenshot vom Dashboard, welches ich als sehr übersichtlich empfinde:

 

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Bei Fragen einfach posten. Happy investing!