Investly – Im Januar auf Seedrs

Investly war für mich als Investor eine meiner Lieblingsplattformen, bis ich vor etwa einem Jahr ausgestiegen bin. Es herrschte zu viel Investorennachfrage und es gab zu wenig Rechnungen zum investieren, was die Renditen auf meistens 8 Prozent (in EUR) gedrückt hat. Die Situation hat sich nicht wirklich gebessert und so habe ich nur noch meine Rückflüsse aus Krediten dort investiert. Als Investor ist die Plattform nach wie vor nichts mehr für mich, aber als Aktionär finde ich die Plattform sehr spannend, daher freut es mich, dass Investly voraussichtlich im Januar auf Seedrs eine Finanzierungsrunde starten wird. Ich empfehle euch schon heute einen Seedrs Account zu erstellen, falls ihr mitmachen wollt. Denn die Identitätsprüfung kann einige Tage dauern, so seid ihr sicher, dass ihr gleich mitbieten könnt. Hier geht es zur Registrierung bei Seedrs.

Was ist eigentlich Investly?

Investly ist eine estnische p2p Plattform, welche eine Plattform für KMU’s bereitstellt, die gerne ihre Debitorenforderungen (Rechnungen) Investoren zum Kauf anbieten wollen um früher an die Liquidität zu kommen. Vergleichbar ist die Plattform mit zum Beispiel Advanon.

Begonnen hatte Investly mit der Kreditvergabe an KMU’s, und hat dann jedoch bald gemerkt, dass es eine grössere Nachfrage nach dem Factoring (Rechnungsfinanzierung) gibt. Bald hatte man dann bereits zwei Produkte im Angebot. Das Kreditgeschäft harzte jedoch und bald beschloss man sich auf die Rechnungsfinanzierung zu konzentrieren. Seit diesem Zeitpunkt wächst die Plattform monatlich. Ein weiterer Schritt war dann die Rechnungsfinanzierung auch in Grossbritannien anzubieten. Dort sind die Wachstumsraten (noch) nicht so beeindruckend wie in Estland, aber es sind stetige Fortschritte erkennbar. Ich finde gerade der UK Markt hat sicherlich noch viel Potential und wird Investly ein schönes Wachstum bescheren.

Die Eckdaten

Viel ist noch nicht bekannt, aber einige Eckwerte kann ich euch nennen. Man will mindestens GBP 500k bis maximal 2.5 Mio einnehmen mit dieser Finanzierungsrunde. Man wird mit einer Bewertung von GBP 6.67 Mio an den Start gehen, was doch eine stolze Bewertung darstellt aus meiner Sicht. Ich muss hier aber sagen, dass ich noch keine Kenntnisse von den Financials habe und meine Einschätzung auf den Statistiken von Investly basiert, welche jeweils monatlich verschickt wurden. Wie gesagt, das Startdatum der Finanzierungsrunde ist für Januar geplant. Das ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, denn hier ist viel juristische und formalistische Vorarbeit notwendig, und das kann sich schnell einmal etwas verzögern.

Fazit

Ich werde hier wohl mitmachen, da ich die Plattform mag (auch wenn nicht als Investor momentan). Die Bewertung erscheint mir wie gesagt eher sportlich und ich muss mir nochmals Gedanken machen, wie hoch mein Einsatz sein wird. Schaut euch mal Investly an, falls ihr die Plattform noch nicht kennt.

Mein Besuch bei Advanon

Heute war ich bei Advanon zu Besuch und wurde persönlich von Leonie (Product Managerin) empfangen. Daniel (Chief Marketing und Customer Officer) hat sich per Skype aus Berlin zugeschaltet. Ich

Multifunktionaler Bürotisch bei Advanon 😉
konnte mich mit den Mitarbeitern beinahe zwei Stunden über die Plattform unterhalten. Ich habe viele neue Einblicke gewonnen und kann euch so einiges Neues mitteilen. Lustig war auch, dass der Tisch im Sitzungszimmer ein Ping Pong Tisch war (da würde ich auch gerne arbeiten ;)).

Zu Beginn habe ich den Mitarbeitern der Plattform nochmals mitgeteilt, dass sich wieder Geisterrechnungen (Rechnungen, die bereits finanziert waren etc) auf die täglichen Kreditmails verirrt hatten. Man hat mir versprochen sich diesem Problem anzunehmen. Man ist sich bewusst, dass dies nicht sein darf.

Wer darf investieren?

Ich hatte zuvor geschrieben, dass deutsche Investoren keine CHF Rechnungen kaufen dürfen, das ist jetzt überholt. Investieren dürfen Schweizer sowie auch deutsche Investoren. Für deutsche Investoren ist es jedoch relativ schwierig überweisungen in Schweizer Franken durchzuführen, respektive ist es relativ teuer. Bis es eine günstigere Variante gibt (Transferwise Borderless Account oder so), sind Schweizer Franken Rechnungen für deutsche Investoren wohl eher nicht interessant. Vom rechtlichen Standpunkt her dürften auch andere europäische Investoren mitbieten. Die Plattform ist momentan jedoch noch nicht bereit für Investoren außerhalb der Schweiz und Deutschlands. Als nächstes Land wird nach Österreich expandiert werden, das dauert aber noch bis mindestens Ende nächsten Jahres.

Paketgrössen

Nach Schweizer Gesetzgebung könnten die Rechnungen auch in kleinere Pakete aufgeteilt werden. Advanon ist hier aber noch nicht so weit, da viele Zahlungen noch manuelle Eingriffe nötig machen. Bis die Zahlungsverarbeitung automatisiert ist, was noch etwa bis zum 1. Quartal nächsten Jahres dauern wird, bleiben die Tranchen eher grösser. Danach wird jedoch eine massive Reduktion der Gebotsgrösse in Aussicht gestellt.

Ausfälle

Natürlich habe ich die Frage aller Fragen gestellt, da Advanon keine Daten zu Verzögerungen und Ausfällen publiziert. Eins vorweg: Die Daten werden Ende Jahr veröffentlicht (sobald die neue Advanon Seite live geht). Daniel konnte mir die aktuellen Zahlen jedoch auf Nachfrage gleich nennen. Die aktuelle effektive Verlustrate (Status Betreibung) liegt unter 0.2% für das Jahr 2017. Die restlichen Verzugsdaten tönten gut. Man hat mich darauf hingewiesen, dass es schnell einmal vorkommt, dass eine Rechnung bis zu 7 Tagen verspätet gezahlt wird. Darum ruft man den Schuldner auch erst am nach 7 Verzugstagen an. Häufig kommt es vor, dass die Rechnung dann während der ersten 30 Tage im Verzug beglichen wird. Nur eine kleine Prozentzahl verzögert sich mehr als 30 Tage und ein ganz kleiner Rest muss wirklich eingetrieben werden.

Ich habe gleich angeführt, dass der Eindruck vermittelt wird, dass bei Verzögerungen Advanon sich eher passiv verhält, man sieht einfach nicht, was passiert und gemacht wird. Man hat mir versichert, dass man im stetigen Austausch mit den Schuldnern ist um die Situationen bereinigen zu können. Mit dem neuen Release der Website wird man auch eine Historisierung der getätigten Aktionen aufschalten. Investoren sehen dann, dass Advanon den Schuldner angerufen hat und was das weitere Vorgehen ist. Ich habe nochmals betont, dass dies für Investoren sehr wichtig ist. Meine erste Euro Rechnung ist nun etwas mehr als 10 Tage in Verzug und ich habe Advanon um ein Update gebeten (welches ich erhalten habe: Es fanden bisher 8 Interaktionen zwischen Advanon, dem Schuldner und dem Rechnungsverkäufer statt. Nächste Woche sollte die Zahlung eintreffen und ich freue mich über die Zusatzzinsen). Nach meinem persönlichen Eindruck nimmt Advanon das Forderungsmanagement sehr ernst und hat dafür eigens Mitarbeiter und arbeitet mit einigen externen Anbietern zusammen.

Übersicht des Inkassoprozesses

Die Plattform wird überarbeitet

Wie schon angetönt, wird per Ende Jahr ein neuer Release ausgerollt, man hat mir bereits mal die Alphaversion gezeigt. Der Schwerpunkt liegt auf der Performance, denn die Plattform war früher deutlich schneller. Auch das Investoren Dashboard wird eingeführt und gibt einen guten Überblick über die aktuellen Investments.

Expansion in Deutschland wird vorangetrieben

Für die Deutschen Investoren interessant: Man hat die Deutschen Kredite erst vor einigen Wochen lanciert um Erfahrungswerte in der Abwicklung zu erhalten. Es sind jetzt Vorbereitungen von Partnerschaften mit grossen Deutschen Banken im Gange, zudem werden im ersten Quartal 2018 die Marketingmassnahmen hochgefahren. Man rechnet zur Zeit mit stetigem Wachstum auf tiefem Niveau, welches dann exponentiell wird sobald die Marketingmassnahmen greifen.

Fazit

Man spürt beim Besuch der Räumlichkeiten den Unternehmergeist und die Leichtigkeit eines Start-ups. Was für mich eine zentrale Erkenntnis war: Trotz des Start-up Spirits bewegt man sich aber in der Realität und setzt sich realistische Ziele. Man ist sich bewusst, dass Dinge Zeit brauchen, und man nicht gleich alles in den nächsten 2 Wochen auf die Beine stellen kann (was nicht alle Start-ups begriffen haben und das blaue vom Himmel versprechen). Ich bin durchwegs positiv gestimmt, habe jetzt aber natürlich eine Gewisse Erwartungshaltung gegenüber Advanon, was die Verbesserungen betrifft. Wegweisend für mich wird die angekündigte Transparenz (Ausfall- und Verzögerungsraten, sowie die Historisierung des Eintreibungsprozesses) sein. Davon ist abhängig ob ich weiter investieren werde. Der Ball liegt nun bei Advanon (ich weiss, dass ihr das lest ;)).

Falls dich Advanon interessiert, lies meine beiden einführenden Artikel (Artikel 1, Artikel 2), oder registriere dich gleich hier.

Ein Nachtrag zu meinen Erfahrungen mit Advanon

Liebe Leser

Aufgrund vieler Rückfragen zu meinem heutigen Artikel zu Advanon (hier geht’s zur Registrierung) schliesse ich daraus, dass ich diesen zu oberflächlich gestaltet habe. Meine Intention war es zuerst einmal einen Überblick zu geben und dann in einigen Wochen ein Update, sobald ich auch die performance der EUR Rechnungen einschätzen kann. Jetzt greife ich dem vor und hoffe die Fragen auf diesem Weg klären zu können. Nehmt es mir bitte nicht übel, wenn ich nicht auf jede Frage persönlich zurückschreiben konnte, da ist es einfacher und effizienter nochmals etwas zu posten.

Regulierung

Advanon ist in der Schweiz direkt der Finanzmarktaufsicht (FINMA) unterstellt und wird dementsprechend reguliert. In Deutschland arbeitet Advanon mit der Wirecard Bank zusammen, welche in Deutschland der BAFIN unterstellt ist. Die Identifizierung als Investor wird durch idnow durchgeführt.

Mindestanlage, „virtuelles“ Konton und Gebühren

Es gibt direkt kein Mindestanlagevolumen, sondern werden pro Kredit bestimmt. Die einzelnen Kredite werden in Pakete aufgeteilt, die

Auszug einer Advanon Email

vom Investor erworben werden können. Die Pakete sind in der Regel mindestens einige hundert Euro oder Schweizer Franken gross. Meine kleinsten Anteile an Rechnungen beliefen sich auf CHF 253.- und EUR 368.04. In der Regel sind die EUR Rechnungen momentan kleiner als die CHF Rechnungen, so dass die Mindestvolumen in EUR tendentiell kleiner sind als in CHF. Dies hat mich anfangs etwas von einem Investment abgehalten, aber nach 2 erfolgreichen Projekten sind meine Hemmungen kleiner geworden. Es gibt keine Möglichkeit Geld auf einem virtuellen Konto zu hinterlegen wie wir das von anderen Plattformen her kennen. Hier wird der Investmentbetrag nach dem Gebot fällig und muss separat überwiesen werden. Die Rückzahlung erhaltet ihr in einem Betrag zusammen mit dem Ertrag auf euer Konto zurückbezahlt. Die Rückzahlung wird per Email angekündigt.

Die Gebühren werden direkt dem Ertrag abgezogen, ihr müsst also keine separate Überweisung für die Gebühren tätigen. Die Gebühren sind beim Investmentertrag bereits einberechnet. Das heisst ihr seht in eurem Account den Nettoertrag. Ein ROI (return on investment) von 2.53 Prozent bedeutet, dass ihr genau diesen erhaltet. Es gibt 2 Erträge, welche angezeigt werden. Den einen für die Haltedauer (ROI) und die Rendite auf ein Jahr hochgerechnet, also p.a. Der per annum Wert wird zur Vergleichbarkeit ausgewiesen. Auch die Renditen bei den Buybackplattformen sind so genormt, es steht bei keinem Kredit der tatsächliche Ertrag für die anvisierte Haltedauer, sondern nur der p.a Zinssatz. Advanon ist hier etwas hilfreicher.

Steuerdokumente

Advanon stellt für Schweizer Anleger eine Steuerbescheinigung aus. Ich gehe stark davon aus, dass dies für deutsche Anleger auch zutreffen wird, das ist gegenwärtig aber noch in Abklärung. Die Advanonianer sind ja ex Googlers, die können per Definition keine halbfertigen Sachen liefern 😉

Vorgehen beim Investieren

Ihr kriegt 2 mal täglich (etwa 10.15 und 16.15 Uhr) eine Zusammenfassung der verfügbaren Rechnungen per Email zugestellt. Um 11.00 respektive 17.00 Uhr sind die Rechnungen zur Investition frei (ansehen könnt ihr sie vorher). Die Rechnungen werden in Pakete verteilt, die ihr als Investoren kaufen könnt. Beispiel: Eine 2k Euro Rechnung wird in 5 Pakete zu 400 Euro aufgeteilt, ihr könnt nun 400 Euro oder ein Mehrfaches investieren. Nach Abgabe des Gebots seht ihr die Überweisungsdaten, welche ihr aber auch noch per Email erhaltet. Dort steht dann auch, bis wann die Zahlung an Advanon spätestens gemacht sein muss. Eine Rechnung gilt als finanziert sobald mindestens 50 Prozent des Kreditbetrages zugesichert sind. Danach spielt es keine Rolle ob der Rest noch finanziert wird, ihr seid investiert 😉 Es wird nur noch die Restlaufzeit abgewartet bis das Projekt schliesst.

Warum ich hier nur wenige Screenshots poste?

Advanon (hier geht’s zur Registrierung) ist sehr auf die Anonymität seiner Kreditnehmer bedacht. Daher seht ihr die Kreditnehmerdaten nur solange die Rechnung noch nicht vollständig finanziert ist. Danach nicht mehr, ausser natürlich ihr habt investiert, dann seht ihr immernoch alle Daten. Sollten weitere Frage bestehen, einfach posten. Nachtrag 1. November. Unten seht ihr einen Screenshot meiner beiden offenen EUR Rechnungen. Die einte wird am 6. November fällig, die andere im Dezember. Ich berichte weiter wie es gelaufen ist.

Einsicht Advanon Account zu den Transaktionen

Advanon: Der Rechnungsmarkt (Factoring) für die Schweiz und Deutschland

Auf Advanon (hier geht’s zur Registrierung) wurde ich im März 2016 aufmerksam und begann kurz darauf mit einer ersten Investition. Seither habe ich das imposante Wachstum der Plattform mitverfolgt. Gegründet wurde das Unternehmen von drei ehemaligen Google Mitarbeitern in Zürich. Das Ziel war und ist Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, ihre Liquiditätssituation zu verbessern. Man bietet den Unternehmen eine Plattform an um ihre Rechnungen Anlegern zur Investition anzubieten (im Grundprinzip ein klassisches Factoring). Die Investoren erhalten so ansprechende Renditen und die Unternehmen Zugang zu Liquidität, was vor allem für junge Unternehmen sehr wichtig ist um weiter wachsen zu können. Seit einigen Monaten ist die Plattform auch für deutsche Anleger zugänglich, was ein Novum für eine Schweizer Plattform darstellt. In den folgenden Absätzen gehe ich auf einige Punkte näher ein und versuche euch die Plattform noch etwas näher zu bringen.

Was ist Factoring?

Factoring ist keine Erfindung von Fintech’s, es gibt diese Finanzierungsmöglichkeit schon sehr lange. Im Grundsatz funktioniert Factoring nach diesem Schema: Eine Firma stellt einem ihrer Kunden eine Rechnung mit einer (langen) Zahlungsfrist. Die Firma braucht aber Liquidität und sucht nun nach Möglichkeiten. Der Kunde will nicht früher zahlen, auch nicht gegen die Gewährung von Skonto (=Rabatt für die frühere Begleichung der Rechnung, zum Beispiel: 3% Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen). In diesem Fall schaltet die Firma nun ein Factoring Unternehmen dazwischen und tritt die Forderung gegenüber dem Kunden an das Factoring Unternehmen ab. Natürlich zahlt das Factoring Unternehmen nicht den vollen Rechnungsbetrag, sondern nur einen Teil aus (80 bis 90%). Danach gibt es mehrere Möglichkeiten was passiert: Der Rechnungssteller informiert seinen Kunden, dass die Forderung verkauft wurde und die Zahlung an das Factoring Unternehmen zu leisten ist („normales Factoring“). Es ist auch möglich, dass der Endkunde nicht informiert wird und die Zahlung an den Rechnungssteller geleistet wird, dieser sich aber gegenüber dem Factoring Unternehmen verpflichtet die Zahlung weiterzuleiten an dieses (stilles Factoring). Am Schluss wird abgerechnet und der Rechnungssteller erhält aus der einbehaltenen Differenz von 10 bis 20 Prozent einen Rest ausbezahlt. Das Factoring Unternehmen behält einen Prozentsatz für sich ein, als Gebühr. Und genau diese Gebühr stellt bei Advanon den Investmentertrag dar.

Wer kann investieren und Renditen bis zu 30% p.a einfahren?

Wie bereits geschrieben können Schweizer und Deutsche Investoren bei Advanon investieren. Der einzige Unterschied ist, dass Schweizer Investoren in CHF und EUR Rechnungen investieren können. Die Deutschen Investoren sind leider auf EUR Rechnungen von deutschen Unternehmen limitiert. Das wird wohl mit der Regulation zu tun haben.

Die Renditen bei Advanon sind auf den ersten Blick sehr hoch, da diese immer auf ein Jahr hochgerechnet sind. Stellt euch folgendes Beispiel vor: Rechnung mit Zahlungsziel von 30 Tagen, wirft eine Rendite von 2.5% ab (=Betrag, den der Rechnungssteller bereit ist abzugeben, um Liquidität zu erhalten, also eine Art Skonto). Rechnet man jetzt 2.5% Prozent auf ein Jahr hoch, kriegt man 30% Prozent (wir lassen den Zinseszinseffekt aussen vor in dieser Betrachtung). Solche Renditen gibt es tatsächlich bei Advanon, aber nur auf EUR Rechnungen und natürlich nicht auf alle. Im Schweizer Franken sehe ich ab und zu Renditen von bis zu 22%. Sehr sehr stattlich, für eine Investition in CHF oder EUR, welche sogar noch im eigenen Land oder Nachbarland bleibt.

Wer sind die Kreditnehmer, wie lange läuft ein Kredit und wieviele Kredite gibt es?

Als Kreditnehmer fungieren vornehmlich KMU’s aus der Schweiz und

Auszug einer Advanon Email

Deutschland. Ich habe aber auch schon die eint oder andere grössere Firma gesehen, welche sich via Advanon Marktplatzplatz refinanziert hat. Die Projekte haben eine Dauer von etwa mindestens 14 Tagen bis zu einem Jahr. Die grössere Anzahl bewegt sich im Bereich von bis zu 3 Monaten, es gibt aber auch solche mit 6 Monaten. Länger ist eher selten. Es gibt beinahe tägliche neue Kredite, das Volumen bewegt sich von Tausend CHF/EUR bis zu sechstelligen Beträgen. Die Kredite werden laufend auf die Plattform gestellt, damit man diese ansehen kann. Um 11.00 und 17.00 Uhr werden die Kredite zur Investition frei (man muss schnell sein bei den höherverzinsten). Es gibt 2mal täglich eine Übersicht zu den Projekten via Email.

Was passiert wenn ein Kredit nicht fristgerecht bezahlt wird?

Das ist mir bei meinen Projekten bislang nicht passiert, daher kann ich nur die theoretische Handhabung widergeben. Das gute, jeder Tag der Überfälligkeit wird zum gleichen Projektzinssatz weiterverzinst. Anstatt Zinsen für beispielsweise 30 Tage, gibt es dann für 32 Tage oder so. Advanon wird relativ rasch selber aktiv und nimmt sich der Sache an. Die Details dazu findet ihr in den untenstehenden Graphiken.

Überblick zum Forderungsmanagement bie Advanon

Fazit

Mir gefällt Advanon ausserordentlich gut. Meine zugegebenermassen beschränkte Erfahrung (da ich erst wenige Projekte mitfinanziert habe) ist wirklich positiv. Die Datengrundlage zu den Firmen ist teilweise etwas beschränkt, bei wiederkehrenden Firmen kann man die Zahlungshistorie aber sehr gut ableiten. Ich bleibe dabei. Nächste Woche kommt mein erstes EUR Projekt zur Zahlung, ich hoffe auch diese ist pünktlich. Mehr Infos zur Funktionsweise gibt es im Nachfolgeartikel hier.

Lenndy mit einigen Neuerungen

Vor einigen Wochen (am 12. Februar) habe ich euch bereits Lenndy vorgestellt. In der Zwischenzeit hat es diverse Neuerungen gegeben, welche ich euch gerne näher bringen werde.

Ein neuer Originator

Simplefin ist ein neuer Loan Originator (und selbst noch taufrisch) aus Litauen, welcher neuerdings Projekte auf Lenndy finanzieren lässt. Es wurden zu Beginn einmal 6 teilweise kleinere Rechnungen angeboten, welche alle relativ schnell finanziert waren. Gemäss Aussagen von Lenndy werden weitere Loan Originator folgen.

Noch kein Zweitmarkt, aber die Möglichkeit zum Verkauf eines Kredits

Ein Zeitmarkt im klassischen Sinn besteht noch nicht bei Lenndy, aber man hat neuerdings die Möglichkeit zum Verkauf eines Kredits, wenn man gerne etwas liquidieren möchte. Aber Achtung, das kostet euch 5 Prozent Abschlag bezogen auf den Restwert des Kredits. Sicherlich eine gute Möglichkeit, wenn man Geld benötigt, aber halt nicht ganz billig. Was aber interessant ist: Die Kredite werden von institutionellen Anlegern gekauft. Wenn ihr aber auch gerne solche Kredite kaufen möchtet, dann schreibt eine Email an Lenndy. Ihr kriegt dann solche Angebote per Email zugeschickt.

Lenndy Club mit ein Prozent mehr Zins

Auf der Startseite von Lenndy seht ihr, dass es nun einen Lenndy Club gibt. Wenn ihr dem Club beitreten wollt, müsst ihr Lenndy kontaktieren. Der Club ist aber an gewisse Bedingungen geknüpft. Lenndy sendet euch per Email offene Kreditangebote zu. Wenn ihr dann den Bonuszins möchtet, müsst ihr den Kredit komplett füllen. Beispiel: Kredit über 7k, bereits zu 1k gefüllt. Ihr müsst 6k in diesen Kredit investieren, um in den Genuss von 1 Prozent mehr Zinsen zu kommen. Für mich ist das doch eher zu viel, aber schlussendlich muss das jeder Investor für sich selbst entscheiden.

Noch ein Blick auf die Zahlen

Im Vergleich zu meinem Artikel vom 12. Februar, hat Lenndy schön zugelegt wie in unterstehender Graphik ersichtlich ist.

290 neue Investoren, 500k mehr investiertes Volumen, und 68 neue Projekte. Kein schlechtes Monatsergebnis für eine junge Plattform. Momentan hat es einige offene Projekte, darunter auch ein Hypothekardarlehen mit einem Volumen von 165k, 12 Monate Laufzeit, 12 Prozent Zinsen und mit Buyback ausgestattet. Hier geht es zur Anmeldung bei Lenndy. 

 

 

 

 

 

 

Bei Mintos ändern die Spielregeln wiedermal

Nein, nicht Mintos ändert direkt die Spielregeln nach denen die Plattform funktioniert, es sind mehrheitlich exogene (exogen = von ausserhalb des Systems) Faktoren, welche die Situation ändern. Was ich damit meine: Ich konnte mir einigen grundlegende Sachen merken wie:

1) Es hat immer genügend (personal) Kredite auf der Plattform

2) Am Sekundärmarkt gibt es keine grossen Abschläge.

Im letzten Jahr haben beispielsweise die obigen beiden Faktoren mehrmals geändert und der Sekundär- wie auch teilweise der Primärmarkt haben darauf reagiert. Oder anders gesagt, die Investoren haben sich anders aufgestellt.

Was ist denn 2016 passiert?

Im März gab es noch Privatkredite mit Zinssätzen von 13.8%, Mogo Kredite mit buyback waren in Hülle und Fülle vorhanden. Danach kam die Wende, zuerst gingen die Zinen und das Angebot an Privatkrediten deutlich zurück, bis man fast keine mehr ergattern konnte. Danach besserte die Situation wieder und man konnte in Privatkredite zu 12 Prozent investieren, die Mogos waren auch noch da. Dann kam die nächste Entwicklung: Mogo begibt auch Autokredite ohne buyback aus, die Zinsen aber leicht höher. Danach wird das Angebot an Mogos mit buyback dünner, bis es keine mehr gibt. Später tauchen wieder welche auf, aber mit massiv tieferen Zinssätzen. Und was passiert? Investoren kaufen die Kredite ohne buyback und stellen diese bei Zahlungsverzug mit hohen Abschlägen auf den Zweitmarkt. Vorher wurde auf dem Zeitmarkt alles mit Abschlag sehr schnell gekauft, was jetzt nicht mehr passiert. Gegen Ende Jahr kommen dann wieder viele Privatkredite und blähen den Primärmarkt auf, das Kreditvolumen kann vom Investorengeld nicht absorbiert werden. Die Zinsen steigen wieder bis etwa 13.5%, die vielen Ausfälle auf dem Zweitmarkt bleiben.

Und 2017?

Das Jahr beginnt ruhig, ich hatte mich schon daran gewöhnt, dass es genügend Angebot gibt und ich meinen auto invest für die Privatkredite laufen lassen kann. Und dann kommt ein Grossinvestor und fegt den Primärmarkt beinahe leer wie man in der Grafik eindrücklich sieht.

Zuvor hielten sich beide Märkte in etwa die Waage. Und jetzt werde ich wohl die Rückflüsse wieder anderweitig anlegen müssen. Glücklicherweise habe ich beim Invoice Financing (Rechnungsfinanzierung) gute Erfahrungen gesammelt und nur wenige Rechnungen gehabt, die lange verzögert waren und ich mit Abschlag verkauft habe. Ich werde wohl wieder diesen Weg einschlagen, leider sind dort die Zinsen etwas tiefer. Lange werde ich das nicht mitmachen, und meine Gelder nötigenfalls an andere Plattformen überweisen. Heute hat Mintos bekannt gegeben, dass der Kredivermittler Lendo sein „Skin in the game“ von 15 auf 10 Prozent senken darf per 19. Januar. Das heisst Lendo muss nur noch 10 Prozent jedes Kredits selber finanzieren, und kann den Investoren 90 Prozent des Kredits anbieten. Ob das alleine genügt, wage ich zu bezweifeln.

Ihr sucht den Sinn dieses Artikels?

Ich auch 😉 nein Spass beiseite. Es geht mir darum aufzuzeigen, dass die Rahmenbedingungen im p2p Bereich sehr schnell ändern können, und man einen Plan B bereithalten sollte. Und ja, von dem ewigen hin und her bin ich genervt. Mintos ist trotzdem für mich eine gute Plattform, aber neue Investoren sollten momentan wohl eher nicht einsteigen. Es kann gut sein, dass die Situation in einigen Tagen wieder besser aussieht. Ich denke nicht, dass ich unter diesen Bedingungen meine 20 Prozent Rendite halten können werde.

 

 

 

 

Mein Abschied von Investly

Tja, so kann es gehen, aber meine Geduld mit Investly ist aufgebraucht. Ich habe vor einigen Monaten angekündigt, dass ich Ende Jahr einen Schlussstrich ziehen werde, falls sich die Situation nicht verbessert. Die Situation ist meines Erachtens sogar noch schlechter geworden, und so werde ich mein Geld vorerst abziehen. Es heisst nicht, dass ich niemehr dort investieren werde, momentan ist mein Geld auf anderen Plattformen deutlich besser angelegt.

Was sind die Gründe für meinen Entscheid?

Als erstes natürlich die Zinsen. Es gibt kaum mehr eine Auktion, welche nicht bei 8 Prozent endet. In meiner Anfangszeit konnte ich noch Zinsen von 15% und mehr ergattern. Wenn ich 10 bis 12 Prozent erreichen würde wäre das ja noch ok, aber bei 8 Prozent investiere ich nicht.

Weiter nervt mich die Webseite. Da wird unentwegt rumgebastelt, was ja eigentlich gut wäre, denn Investly will etwas verbessern. Das Problem ist nur, dass ich mich dann oftmals nicht einloggen kann. Dann geht es weiter mit Angekündigten neuen Features: ein neues Dashboar. Nur war es so, es wird am Freitag angekündigt, dass etwas gemach wird und die Webseite dann fürs Wochenende nicht zugänglich ist. Am Montag loggt man sich dann ein und sucht gespannt nach dem Dashboard. Fehlanzeige, alles beim Alten. Keine Info, nix. Am Mittwoch scheint dann etwas zu passieren, das neue Dashboard ist da. Es funktioniert nur nicht, die Werte ändern sich ständig. Da wurde im laufenden Betrieb etwas ausgerollt und daran weitergebastelt. Die Folge: Webseite zickt etwa eine Woche rum. Keine Info seitens Investly. Das verstehe ich einfach nicht, wie man so etwas machen kann. Man hätte ja kommunizieren können, dass es am Wochenende nicht geklappt hat, und man es das nächste Wochenende macht, oder halt erklären warum man das mitten in der Woche macht. Ich habe Investly diverse Male darauf hingewiesen, dass sie die Investoren besser informieren müssen. Ausser leerer Versprechungen habe ich nichts erhalten.

Und der Dritte Punkt: Investly kündet an, dass das Investorengeld künftig ab Gebot und nicht erst nach Auktionsende verzinst wird. Eine gute Sache, mit einem Haken. Wenn man immer überboten wird, bringt einem das nichts. Die Konsequenz ist, dass noch mehr Investoren ihren Autobidder auf 8% stellen und es nun fast nicht mehr möglich ist, mehr Rendite zu erzielen.

Diese Punkte haben mich zu meinem Entscheid veranlasst. Ich sage nicht, dass ich nicht wieder dort investieren werde, aber vorerst ziehe ich mein Geld ab. Grundsätzlich finde ich invoice financing eine tolle Sache, aber so nicht.

crowdo – eine indonesische p2p Plattform

screenshot_2016-10-10-19-34-10

Heute mal eine etwas exotische, aber nicht minder interessante p2p Plattform. Crowdo ist eine p2p Plattform aus Indonesien. Ich war froh mal eine Plattform zu finden, die nicht im Baltikum angesiedelt ist, zu finden. So eine Plattform sehe ich als Diversifikation, einerseits regional und andererseits auch in der Währung. Angelegt wird in IDR (indonesische Rupiah).

Anmeldung und Überweisung

Die Anmeldung ist einfach, Daten eingeben und Ausweis hochladen (der Reisepass wird für ausländische Investoren verlangt, ID reicht nicht). Man wird dann innert weniger Tage freigeschaltet und kann loslegen.

Das Geld kann man günstig mit Transferwise auf die Reise schicken. Currencyfair hingegen bietet keine Überweisungen in IDR an. Noch ein Tipp zur Überweisung: Das Konto lautet nicht auf Crowdo, da Crowdo nur der Plattformname ist, rechtlich ist die Firma in Indonesien auf PT. Mediator Komunitas Indonesia eingetragen.

Kreditarten

Crowdo hat mit besicherter Kreditvergabe begonnen. Die Kredite sind meistens mit Schmuck oder Goldbarren besichert, welche veräussert werden können, falls der Kreditnehmer nicht zahlt. Die Zinssätze beginnen bei 12% und gehen weit nach oben (mir ist das Limit nicht bekannt). Die Laufzeiten sind zwischen 1 und 9 Monaten.

Seit einiger Zeit bietet Crowdo auch Invoice Discounting an, die Laufzeit ist meistens mit mehreren Monaten eher lang für Rechnungsfinanzierungen, aber die Zinsen sind auch sehr gut (28% p.a). Ich hoffe, es wird noch viele solcher Finanzierungen geben.

screenshot_2016-10-10-19-29-47

Investieren -wie läuft die Gebotsphase ab?

Neue Kredite werden jeweils am Monatsanfang auf die Plattform hinzugefügt und können bis zum 15. des Monats gefüllt werden. Erwähnenswert ist noch, dass man auch ohne Geld auf dem Konto investieren kann. Crowdo gibt den Invstoren 5 Tage Zeit ihre Gebote mit Geld vom Konto zu decken. Das reicht auch um das Konto mit Transferwise zu füllen. Nachdem die Kredite gefüllt wurden, werden diese erst am Monatsende dem Kreditnehmer überwiesen. In dieser Zeit ist das Kapital unverzinst. Crowdo hat das Problem erkannt und versprochen hier eine bessere Lösung zu präsentieren. Momentan liegt das Mindestgebot bei 1 Mio IDR, was nach mehr aussieht, als es wirklich ist. 1 Mio IDR sind Stand heute etwa 68 Euro.

Fazit

Mit Crowdo kann man sein Portfolio gut diversifizieren und auch in eine andere Währung investieren. Die Zinsen sind relativ hoch, und die Kredite besichert. Einziger Wermutstropfen ist, dass eine Rücküberweisung von Crowdo nicht durch Transferwise geschehen kann, sondern nur über eine normale Banküberweisung, die relativ teuer wird von Indonesien nach Europa. Man muss mit etwa 30 bis 40 Euro rechnen. Weiter muss man sich bewusst sein, dass man sich hier in einem völlig anderen Rechtsraum bewegt als in Europa.

Bei Frage einfach posten, oder das Kontaktformular nutzten. Happy investing.

 

 

Mintos – Das Ende des Buybacks? ein Kurzupdate

Mintos – Das Ende des Buybacks? Alternativen?

Es ist viel passiert bei Mintos, vor allem im Bereich der Konsumkredite. Zuerst ist ein gewichtiger Loan Originator (Banknote) ausgestiegen und wurde durch einige neue ersetzt, welche aber (Lendo ausgenommen) nicht sehr viel Volumen bringen. Das Resultat war klar: Zu viel Nachfrage = tiefere Zinsen. Weiter hat Mogo begonnen die Autokredite jetzt mehrheitlich ohne buyback Garantie anzubieten. Man kann auf dem Zeitmarkt sehen, dass diverse dieser Kredite schon ausgefallen sind. Hier wird sich in den nächsten Monaten zeigen, wie gut die Recovery Rate bei diesen Krediten ist. Ich bin auch testweise mit 5 Krediten eingestiegen, und die haben ihre Raten schön brav bezahlt. Einmal habe ich einen solchen Kredit (Status Default) auf dem Zweitmarkt mit 30% Abschlag gekauft. Ich hatte Glück, und der Kreditnehmer hat nachbezahlt.

Gibt es Alternativen? 

Ja! Mintos bietet auch viele Rechnungsfinanzierungen / Invoice Finaning an. Da diese Kredite mit einem sogenannten recourse Recht (Regress) ausgestattet sind, habe ich in diese investiert. Hier ist der Verkäufer der Rechnung verpflichtet die Rechnung von den Investoren zurückzukaufen, falls sein Kunde nicht bezahlt.

Meine Bilanz in diesem Bereich ist durchwegs positv. Ich habe bislang in 89 Rechnungen investiert, 60 davon wurden bereits zurückbezahlt. Teilweise zu spät, aber immer mit Verzugszinsen. Momentan habe ich eine Rechnung, welche mehr als 60 Tage im Verzug ist, mal schauen wie das weitergeht und ob das Regressrecht etwas bringen wird.

Meiner Meinung nach wird der Trend zu weniger Buyback Krediten anhalten. Auch das Zinsniveau wird wohl eher sinken. Viventor bietet zur Zeit viele mit buyback besicherte Kredite an, hier gehts zu meinem Bericht.

Hier seht ihr noch meinen aktuellen Stand bei Mintos:

screenshot_2016-09-24-18-58-14

 

Happy investing, bei Fragen posten oder das Kontaktformular nutzen.

investly – invoice financing (Rechnungsfinanzierung)

 

screenshot_2016-09-16-21-04-32

Investly ist eine estnische Plattform, welche in ihrem Anfangsstadium KMU-Kredite angeboten hat. Die Nachfrage nach den Krediten war eher gering und investly hat eine neue Kreditart, das invoice financing (das sogenannte Faktoring, adaptiert und verbessert. Investly nennt diese Form nun invoice discounting und bietet diese in Estland und in Grossbritannien an. Die ersten Rechnungensfinanzierungen wurden im März 2016 auf der Plattform finanziert. Seither hat Investly ein gutes Wachstum erfahren und konnte die Volumen jeden Monat steigern.

screenshot_2016-09-18-17-41-49

Wie werden Rechnungen finanziert

Sobald eine neue Rechnung verfügbar ist, wird man per Email informiert und es gibt Informationen zur Laufzeit, der Höhe sowie den Startzinssatz. Zudem werden der Rechnungssteller und der Warenempfänger kurz in einigen Sätzen vorgestellt.

Danach kann man auf die Rechnung bieten in einem sogenannten Rückwärtsauktionsverfahren. Die Rechnungen starten also bei zum Beispiel 17% und werden dann, sofern genügend Investoren vorhanden sind, runtergeboten. In der letzten Zeit kam es häufig vor, dass Rechnungen auf den Mindestzinssatz von 8% gedrückt wurden.

Das Geld aus der Finanzierung  wird jedoch erst and den Verkäufer der Rechnung überwiesen, sobald der Kunde bestätigt, dass er die Ware oder Dienstleistung erhalten hat und damit zufrieden ist. Der Kunde überweist dann den Rechnungsbetrag nicht mehr an den Verkäufer, sonden an Investly direkt, und kommen dann zu den Investoren.

Autoinvest, Ausfälle und Regressrecht

Es gibt bei Investly einen Autoinvest Funktion, namens autobidder. Dieser ist aber noch in einem frühen Stadium der Entwicklung und gibt nur ein Gebot ab, in der Höhe der Vorgabe des Investors. Investly entwickelt dieses Tool weiter und sollte im Spätherbst in der Lage sein, eine massiv bessere Version bereitzustellen.

Bisher ist es noch zu keinen Ausfällen auf der Plattform gekommen, jedoch zu diversen Verzögerungen. Man muss hier jedoch sagen, dass die Investoren immer mit Verzugszinsen entschädigt wurden. Die Kreditprüfung von Investly scheint zu funktionieren.

Sollte es doch einmal zum Ausfall eines Schuldners kommen, gibt es bei dieser Kreditart ein sogenanntes Rekursrecht. Dieses erlaubt den Investoren bei Ausfall des Kunden, auf den Verkäufer der Rechnung Regress zu nehmen. Der Verkäufer ist verpflichtet, die Rechnung von den Investoren zurückzukaufen. Dies bietet einen zusätlichen Schutz vor einem Ausfall.

Fazit

Bis anhin war es mir möglich sehr gute Renditen mit den Rechnungen zu erzielen. Da es in der letzten Zeit jedoch zu tiefen Auktionsergebnissen gekommen ist, hat meine Rendite sich etwas reduziert, ist aber mit 14.9% jedoch immernoch solide. Achtung: Die Renditezahl zeigt nur die nach Volumen gewichtete Durchschnittsrendite aller Rechnungen. Wenn Geld einige Tage auf dem Konto liegen bleibt, ist das in dieser Zahl nicht berücksichtigt.

Ich mag die Plattform, aber die manuelle Bieterei macht zunehmends weniger Spass, vorallem wenn man diverse Male überboten wird und die Auktion dann bei 8% angelangt. Ich investiere nur bis maximum 11%, tiefer nicht. Ich gebe der Plattform noch bis Ende Jahr Zeit um mehr Volumen in die Rechnungen zu bringen und einen akzeptablen autoinvest zu kreieren.

Bei Fragen einfach posten oder Kontakt per Formular herstellen.

screenshot_2016-09-16-21-07-58