Saving Stream – ein Update zu meinen Erfahrungen

In meinem Jahresrückblick habe ich Saving Stream weit vorne platziert und versprochen mehr über diese Plattform zu erzählen. Aber wo fange ich am besten an? Es gibt soviel, ich beginne einfach irgendwo, und zwar bei der Einzahlung. Ich musste hier einen Währungswechsel vornehmen. Diese sind meistens teuer (und nicht ersichtlich, fragt mal eure Bank was sie an einem Währungswechsel verdienen, ihr werdet keine Antwort erhalten) und die Überweisungsgebühren kommen obendrauf. Ich empfehle daher Currencyfair und/oder Transferwise. Mit diesen Varianten könnt ihr echt Geld sparen.

Anpassung des Geschäftsmodells

Mitte Jahr hatte Saving Stream seine Investoren mit der Ankündigung der Einführung tieferer Zinsen schockiert. Tatsächlich dauerte es lange bis die ersten Kredite mit tieferen Zinsen kamen. Saving Stream hatte von Anfang an betont, dass sie an den 12 Prozent Krediten festhalten wollen, und einfach risikoärmere Kredite zu besseren Konditionen anbieten wollen, damit sie weiter wachsen können. Der Aufschrei unter den Anlegern war gross, und die meisten glaubten nicht an die Erklärung von Saving Stream. Wie sich aber mit den Monaten rausstellte hat Saving Stream exakt Wort gehalten und und viele viele 12% Kredite gebracht. Die tieferen variieren von 9 bis 11 Prozent, die Anzahl ist gering, und meistens sind es kleinere Kredite. Ich finde diese als Beimischung und Risikostreuung gar nicht so schlecht. Klar, man will immer den Maximalzins, aber sind wir doch ehrlich: Es ist besser auch sicherere Kredite mit ins Boot zu holen. Und wenn man einige 11er und 9er beimisch, ist die Durchschnittsverzinungs bei Saving Stream wahrscheinlich immernoch bei 11.5%, was ja sehr ordentlich ist.

Geringe Ausfallrate

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns in der Hochrisiko Zone befinden, denn ansonsten würden wir kaum 12 Prozent Zinsen erhalten. Genau deshalb finde ich es so erstaunlich, dass bei den über 100 von Saving Stream finanzierten Krediten, nur deren zwei ausgefallen (default) sind. Einer wurde so gut abgewickelt, dass aus dem Verkaufserlös die Investoren vollständig ausgezahlt wurden. Das heisst trotz des Konkurses dieses Kredites, hat niemand Geld verloren. Es folgte dann ein zweiter default, und auch bei diesem sieht es so aus, als könnte das glimpflich für die Investoren ausgehen. Und wenn nicht der ganze Kreditbetrag gelöst werden sollte, gibt es noch immer den Sicherheitsfonds, welcher bei Verlusten angezapft werden kann. Im Fonds befinden sich mehrere Millionen GBP, welche einen zusätzlichen Schutz bieten. Was genau der Fonds abdeckt, ob nur Kapital oder auch Zinsen, ist nicht abschliessend geklärt, da er noch nie eingreifen musste. Der Fonds wird von den Eigentümern von Saving Stream verwaltet und obgliegt deren Entscheiden. Aber ich denke, der Fonds wird zahlen, falls nötig, denn dafür ist er da, und verlorenes Investorgeld ist schlechte puclicity. Obwohl ich finde, dass dies nicht zählt, da jeder Investor um die Risiken wissen muss, die er eingeht. Von daher werde ich mich auch davon distanzieren, und Plattformen in die Verantwortung nehmen, falls ich Geld verliere. Das Geld gehört mir und ich alleine trage das Risiko. Ausgenommen davon sind natürlich Verletzung der Sorgfaltspflichten, Betrug und ähnliches.

Zinsen und Kauf auf Pump

Die Zinsen sind mir immer am 1. Tag des Folgemonats bezahlt worden, egal ob Sonntag, Feiertag oder Dienstag 😉 An Feiertagen kommen die Zinsen aber immer erst am späteren Nachmittag, die Mitarbeiter müsse wohl noch den Rausch vom Vorabend ausschlafen 😉

Was aber sensationell ist, ist dass man mit seinem Konto ins Minus gehen kann und dann 48 Stunden Zeit hat, sein Konto auszugleichen. Auch in dieser Zeit verdient man schon Zinsen. Das ist ein nettes Feature, welches mir erlaubt, zum Beispiel am 31. Dezember bereits meine Zinsen zu investieren, welche ich erst am 1. Januar erhalten werde. Das mache ich eigentlich immer so.

Eine sehr gute Plattform, welche ihr euch mal anschauen solltet, auch wenn ein Währungsrisiko zum Britischen Pfund besteht. Risiken können aber auch immer als Chancen angesehen werden. Happy Investing!

 

Omaraha – p2p aus Estland

Omaraha ist eine p2p Plattform, welche schon einige Jahre am Markt ist. Die Plattform ist in Estland domiziliert und bietet Kredite aus Estland und der Slowakei an. Eins vorweg, ich habe nicht viele gute Kommentare zu dieser Plattform gelesen, aber das hält mich nicht davon ab, hier einen kleinen Betrag einzusetzen. Ich mache gerne meine eigenen Erfahrungen, aber da ich gewarnt bin, nur mit wenig Geld.

Privatkredite mit Zinssätzen von bis zu 50%

Ja da schlägt das Herz des gierigen und nimmersatten Investors höher… Oder nicht? Im ersten Moment war auch ich davon geblendet, aber glücklicherweise bin ich ein sehr rational denkender Mensch (also meistens 😉 ). Nüchtern betrachtet kann das nie aufgehen, weder für den Kreditnehmer noch den Investor. Wer solche Zinssätze akzeptieren muss, dem steht das Wasser wohl bis zum Hals oder noch etwas höher. Die Ausfälle dürften hier massiv hoch sein, so dass sich das kaum lohnen mag. Die einzige Chance für den Kreditnehmer sehe ich darin, dass er einen weiteren Kredit aufnimmt um diesem abzubezahlen. Der wird wohl noch schlechtere Konditionen aufweisen, und so geht die Abwärtsspirale immer weiter und es gibt nur Verlierer zum Schluss. Von daher Hände weg von diesen Krediten!

Scheinbar ist auch die Zahlungsmoral der Slovaken miserabel, wie man in diesem Beispiel sehr schön sieht. Dasselbe habe ich übrigens auch von slovakischen Krediten auf Bondora gelesen. Nichts gegen die Slovaken, denn ich schätze diese Leute ungemein, aber Anlegen in diese Kredite sollte man nicht. Wahrscheinlich sind das Slovaken, welche in ihrem Land sonst an keine Kredite mehr kommen, und so auf die Plattformen ausweichen müssen.

Dann bleiben also nur noch estnische Kredite, welche aber auch noch gute Zinsen abwerfen können.

Was noch gut ist, es gibt einen Sicherheitsfonds (security fund), welcher überfällige Kredite nach 100 Tagen zu mindestens 60 bis 80 Prozent zurückkauft. Man bliebe also nicht auf dem ganzen Verlust sitzten. Immerhin etwas.

Es gibt aber auch Kredite mit buyback

Omaraha bietet mit einer Verzinsung von 11% auch abgesicherte Kredite (secured loans) an. Das schöne hierbei ist, dass die Rückzahlungen taggenau zur Fälligkeit stattfinden, man muss also nicht 30 oder noch mehr Tage warten, bis dieser Mechanismus greift.

Noch etwas zum Anmeldungsprozess und den Investitionen

Der Registierungsprozess hatte mich beinahe von meinem Vorhaben bei Omaraha Geld anzulegen abgehalten. Ich empfand den Prozess als mühsam und fehleranfällig. An einem Punkt wurde mir mitgeteilt, dass ich mit meinem Herkunftsland keinen Kredit beantragen könne…. das wollte und will ich auch nicht, mit eingen Klicks kann man das dem System auch beibringen… aber das ist halt so, wenn man den gleichen Prozess für Schuldner und Investoren fährt.

Um investieren zu können muss man für jede Kreditart: Slovaken, Esten und secured loans quasi einen Autoinvest erstellen. Zudem muss man eine Bonushöhe angeben. Hier hatte ich nicht verstanden was das soll. Der Bonus gibt an, wieviel man der Plattform an Zinsen abgeben möchte. Je höher der Bonus, deste schneller wird das Geld investiert. Hier habe ich etwas gestockt, aber entschieden weiter zu machen, denn vielleicht ist das ganze ja auch sinnvoll, und ich verstehe es einfach noch nicht.

Fazit

Die Plattform hat schon so einiges dafür getan, dass ich mich fragte, ob ich weitermachen soll. Es braucht nicht mehr viel und ich breche den Versuch ab. Vielleicht kann ich ja auch einige Investoren hier vor Schaden bewahren und deren Nerven schonen, wenn ich schon nicht auf die Warner gehört habe 😉 Mal sehen, vielleicht werde ich ja positiv überrascht.

 

Finbee – meine bisherige Rendite 27.14% (XIRR) 27.14%

Ich investiere nun schon etwa ein halbes Jahr bei Finbee und habe dies zum Anlass genommen meine XIRR auszurechnen (funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie bei Mintos im Beispiellink), da ich auf der Plattform keine verlässliche Renditeangabe erhalte.

Laut meinen Berechnungen komme ich auf eine wirklich sehenswerte XIRR Rendite von 27.14%, ich bin also sehr zufrieden. Ich musste gestaffelt einsteigen, da es vor einigen Monaten nur wenige Kredite pro Woche zum investieren gab. Seit einigen Wochen hat sich das Blatt gewendet und es hat sehr viele investierbare Kredite verfügbar.

Ausfälle und der Compensation Fund

Ich habe insgesamt in 63 Kredite investiert, davon sind 0 im Status late, 2 im Status arrears und 2 in der Kategorie default, also Ausfall. Als Ausfall wird ein Kredit bezeichnet, der mit 2 Raten in Verzug ist, 3 Tage danach zahlt der Compensation Fund (CSF).

Der Compensation Fund ist eine Art Absicherung die Finbee den Investoren zur Verfügung stellt. Jeder Kreditnehmer muss auf den Kreditbetrag noch zwischen 0.5 bis 1% zusätzlich in den Compensation Fund (CSF) einzahlen.  Der Compensation Fund zahlt bis etwa 10% aller Kredite ausgefallen sind, oder sobald er leer ist (was zuerst eintrifft).  Aktuell beträgt der Wert des Compensation Funds beinahe 23’000 Euro, und legt täglich um 50 bis 100 Euro zu. Dies ist möglich dank dem stark wachsenden Kreditvolumen von Finbee. Solange das Volumen steigt, sollte es keine Probleme mit Ausfällen geben. Die Anlage ist trotzdem nicht risikofrei. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo der CSF nicht mehr zahlen wird. Bis dahin sollten aber noch mindestens 6 Monate vergehen.

Wie kommt meine hohe Rendite zustande?

Meine Rendite setzt sich zusammen aus Investitionen in vornehmlich Kredite der Kategorie C und D (Ich habe aber auch etwa 10% in B Krediten angelegt). Ich bin ehrlichgesagt überrascht ob der eher geringen Ausfall- oder Verspätungsrate der unteren beiden Kategorien. Es scheint also eine sehr gute Kreditprüfung stattzufinden. Zusätlich habe ich diverse Kredite auf dem Zweitmarkt mit Aufschlägen von bis zu 10 Prozent verkauft (Achtung, hier wird eine Gebühr von 1 Prozent zu Gunsten von Finbee erhoben). Die Gelder habe ich immer stets reinvestiert. Das sind die Eckpfeiler meiner sehr guten Rendite.

Was gibt es noch zu sagen?

In Litauen gab es eine Regelung, wonach ausländische Investoren maximal 5’000 Euro in Litauen pro Jahr investieren durften. Das Parlament hat vor einigen Wochen diese Regelung aufgehoben und es gibt keine Eischränkungen mehr. Dies ist sehr gut für Finbee und ganz Litauen, denn Litauen ist das am wenigsten fortschrittliche Land des Baltikums. Die Löhne sind weitaus tiefer als in Lettland oder Estland. Daher ist es sehr wichtig, dass ausländische Investoren in Litauen investieren und Gelder ins Land fliessen. Stellt euch mal vor, nur Litauer mit einem Einkommen von vielleicht 400 Euro monatlch dürften investieren. Das Resulat ist klar, die Kreditvergabe wäre zu klein, um Investitionen finanzieren zu können. Und für uns Investoren hat es den Vorteil, dass wir hohe Renditen erzielen können.