Haben wir die (p2p) Risiken im Griff?

Haben wir die Risiken beim p2p und / oder crowdlending im Griff? Diese Frage stelle ich mir immer mal wieder, denn die hohen Renditen, die Buyback Versprechen sowie die immer wiederkehrenden Platitüden von „Fintech“, „Finance 2.0“ und die meistens super einfachen Autoinvests…. wiegen mich teilweise in Sicherheit. Daher habe ich mal einige Plattformausfälle der kürzeren Vergangenheit zusammengetragen. Ich will damit niemandem den Spass am p2p oder der Anlage mit Buyback verderben. Es geht mir nur darum, die (durchaus) vorhandenen Risiken in Erinnerung zu rufen, damit man diese vor Augen hat, bevor man investiert oder während man seine Investments überwacht. Ein Ausfall eines Kreditvermittlers oder sogar einer ganzen Plattform sind keine Räubergeschichten, das hat es alles bereits gegeben und wird es wieder geben. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Collateral – eine üble Geschichte

Beginnen wir doch dort, wo p2p in Europa seinen Ursprung hat, nämlich Grossbritannien. Zopa, als erste Plattform in Europa nahm ihre Tätigkeit bereits vor 13 Jahren auf. Man sollte also davon ausgehen können, dass sich der p2p Markt dort bereits gut entwickelt hat und sich langsam der Kinderschuhe entledigt. Dachte ich auch, vorallem da die Regulierung in UK schon weit fortgeschritten erscheint und dem p2p Sektor wohlgesonnen ist. Und genau dort passiert es, Collateral geht unter und die englische Finanzmarktaufsicht FCA (vergleichbar mit BAFIN oder FINMA) macht keine gute Figur beim Handling. Hier gibt es eine spannende Diskussion zum chaotischen Verlauf…

Weitere Problemfälle…

Comunitae, eine Plattform aus Spanien geht durch einen Insiderbetrug in die Knie. Das Schweizer p2p/Fintech Aushängeschild Advanon hat mit einem massiven Betrugsfall alle Hände voll zu tun. Und im Reich der Mitte (oder sollen wir lieber vom Reich der Schattenbanken und so weiter reden), gibt es zahlreiche geprellte p2p Investoren. Nehmen wir dann noch den Eurocent Ausfall bei Mintos dazu, sehen wir, dass p2p Anlagen insgesamt doch sehr riskant sein können.

Was mich ehrlich gesagt noch etwas erstaunt ist die Tatsache, dass im Baltikum noch keine Plattform untergegangen ist (zumindest meines Wissens nicht). Erstaunlich erstens, da es dort viele junge p2p Plattformen gibt, und die sich zudem noch in einem eher unregulierten Raum bewegen. Ich könnte mir vorstellen, dass der Geldwäscherei Skandal der Danske Bank in Estland dazu führen könnte, dass auch im p2p Markt härter durchgegriffen wird, oder genauer hingeschaut wird. Ich bin mir sicher, dass das Baltikum nun unter verstärkter Beobachtung der EU steht. Das wird auch den p2p Sektor treffen, auch wenn der Fall der Danske Bank höchstwahrscheinlich nichts mit p2p zu tun hat.

Schlussbemerkung

Wie gesagt, ich möchte hier niemandem die p2p Suppe versalzen, die Berichte zeigen aber meines Erachtens auf, dass die hohen Renditen mit hohen Risiken einher gehen. Wenn ein Kreditvermittler ausfällt, weil schlecht gewirtschaftet wurde, dann stösst mir das etwas sauer auf, aber damit muss man als Investor leben können, auch wenn es natürlich schmerzt. Es wird immer mal etwas passieren, wo man Geld verliert. Daher nichts investieren, was man nicht bereit ist zu verlieren. Bei Betrugsfällen könnte ich jedoch Kotzen, erstens weil es ein Verbrechen ist und zweitens weil in den meisten Fällen unsauber gearbeitet wurde und Kontrollen versagt haben (wenn solche überhaupt existierten). Ich glaube trotz allen genannten Problemen weiter an den p2p Sektor, sowie auch an das Baltikum als Standort, aber es wird eine Bereinigung stattfinden müssen.

Insolvenz einer britischen p2p Plattform und weitere News

Heute gib es nur einige News aus der P2P Welt sowie Hinweise auf aktuelle Cashback Programme.

Collateral stellt den Betrieb ein

Diese Woche ist es passiert, Collateral war nicht mehr zu erreichen. Die Plattform scheint insolvent (?) zu sein und wird abgewickelt. Es scheint so, als ob die Plattform keine definitive Betriebserlaubnis erhalten hatte (von der FCA = Regulator in UK) als die temporäre Lizenz ausgelaufen ist. Scheinbar hat man dann trotzdem noch weitergemacht…. Auf jeden Fall werde ich die Geschichte detailliert aufrollen in den nächsten Wochen. Aktuell ist nicht viel zu machen, da ein Verwalter eingesetzt wurde, welcher jetzt die Geschichte abwickelt. Ich selber bin auch betroffener Anleger. Sofern die ausstehenden Kredite weiter bedient werden oder die Sicherheiten verwertet werden können, ist es möglich, dass die Anleger schadlos aus der Nummer rauskommen. Jetzt ist einfach Geduld gefragt, denn auch wenn es keine Verluste geben sollte, das Geld ist jetzt sicherlich Monate unereichbar. Es erstaunt mich, dass so etwas im europäischen Ursprungsmarkt Grossbritannien passiert. Das zeigt uns wieder einmal: Diversifikation ist alles, und kein Geld einsetzen, welches man kurzfristig braucht!

Viventor bietet 10 Euro Cashback

Ab sofort bietet Viventor Neukunden 10 Euro Cashback, sofern diese 500 Euro für mindestens 30 Tage anlegen. Solltet ihr via diesen Blog zu Viventor gelangt sein in den letzten Wochen, dann kommt ihr auch in den Genuss des Cashbacks, sobald 30 Tage vorbei sind bei euren Anlagen (sofern ihr mehr als 500 Euro angelegt habt). Neukunden können sich hier registrieren.

Currencyfair bietet aktuell 40 Euro Cashback bis zum 1. April

Solltet ihr Währungen tauschen wollen, bietet Currencyfair aktuell 40 Euro Cashback, wenn ihr mindestens 2k Euro wechseln wollt. Dies kann über mehrere Transaktionen geschehen. Bedingung ist einfach, dass ihr diesen Link zur Registrierung nutzt. Die Funktionsweise von Currencyfair könnt ihr hier nachlesen.

Estateguru neu auch mit spanischen Krediten

Vorletzte Woche wurde der erste spanische Kredit auf Estateguru platziert und gleich vollumfänglich investiert. Die Immobilie steht in Spanien, wurde aber von einer estnischen Firma belehnt. Ich denke daher nicht, dass wir allzuviele spanische Kredite sehen werden. Ich bleibe sowieso vorerst bei den baltischen Krediten, ausser es gibt „gute“ Finnen. Aktuell gibt es für Neuinvestoren noch 1% Cashback auf die Investitionen der ersten 3 Monate. Die Aktion endet sobald 11’000 Investoren bei Estateguru registriert sind, was in 2 bis 3 Wochen der Fall sein dürfte.

Was könnt ihr in den nächsten Wochen auf diesem Blog erwarten?

Ich werde bei vielen neueren Plattformen ein Fazit nach einem Jahr anlegen ziehen können (wie bei Robocash beispielsweise). Zudem kommen neue Plattformen dazu. Wie versprochen, werde ich versuchen die Collateral Insolvenz aufzuarbeiten. Und news gibt es immer wieder mal dazwischen. Möchtet ihr speziellere Themen behandelt haben? Lasst es mich wissen, ich bin immer auf Anregungen gespannt.