Sollte man einer p2p Plattform treu sein?

Heute mal mit einer schon fast philosophischen Frage: Sollte man (oder seid ihr) einer Plattform treu sein, wenn sich die Umstände ändern?

Menschen (zumindest in Europa) tendieren dazu, persönliche Beziehungen über finanziellen Erfolg zu stellen. Das erklärt auch, warum viele Kunden ihre Bankbeziehungen nicht antasten und nicht zu besseren Alternativen wechseln. Das ist im Übrigen zum Beispiel auch bei Internetanschlüssen der Fall: Die Menschen (die Schweizer allen voran) sind einfach wechselfaul.

Was hat das mit den p2p Plattformen zu tun?

Ich gebe zu, meine Gedankengänge hierzu mögen ein wenig abstrakt wirken, aber ich versuche dies zu erklären. Ich gehe davon aus, dass die meisten Leser schon einmal etwas online ersteigert haben von privat zu privat. Hat man sich nicht gut gefühlt als man eine nette Email mit den Zahlungsdaten, eine Versandbestätigung oder ein einfaches Dankeschön erhalten hat? Ich schon, und plötzlich hatte ich Vertrauen zu der Gegenpartei, obwohl ich den Menschen dahinter gar nicht kenne. Und das ist meiner Meinung bei p2p Plattformen doch ähnlich, oder? Ich ertappe mich dabei, Vertrauen in den Support, oder andere Mitarbeiter der Plattform zu fassen, und das nur weil ich eine nette Email mit persönlicher Anrede und einem Schlussgruss erhalten habe. Wenn mir dann noch rasch geholfen wurde, bin ich glücklich und denke (etwas überspitzt formuliert), das ist die beste Plattform ever. Und schon bin ich in einer emotionalen Abhängigkeit, eigentlich grundlos.

Eine lange Einleitung, aber wichtig, um den Kontext zu verstehen, denn ich hatte dieses Jahr einige Plattformen mit denen ich mit der Zeit nicht mehr zufrieden war. Investly zum Beispiel, weil alle Kredite gegen 8% abwarfen. Zuvor hatte ich immer gegen 12 bis 16 Prozent. Da ich aber einen persönlichen Draht zur Plattform hatte, ist mir der Abschied sehr schwer gefallen, aber ich bin den Schritt gegangen und bereue ihn bis jetzt nicht.

Ein weiteres Beispiel stellt Viventor dar. Die Plattform hat genügend Kredite für mich bereitgestellt, und ich hatte auch telefonischen Kontakt mit diversen Mitarbeitern und dem Management. Das gab mir ein sehr gutes Gefühl. Nun bekunde ich schon seit Wochen Mühe mein Geld restlos unterzubringen und zu reinvestieren. Rational gesehen wäre es einfach und die beste Lösung das Geld abzuziehen und bei einer anderen Plattform wieder anzulegen. Alternativen gibt es, zum Beispiel Swaper, wo ich sogar als VIP 14 Prozent an Zinsen kassieren kann. Aber eben wie beschrieben, fällt mir der Entscheid nicht leicht, dies zu tun.

Kennt ihr dieses Phänomen? Wie handhabt ihr es?

Zugegeben, ein etwas anderer Artikel, aber ich musste dies einmal loswerden, vielleicht gibt es hier noch andere Meinungen. Ich werde jetzt rational handeln und jegliche Rückflüsse abziehen.

 

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