Lend – ein Update und Ausfallsdefinition

Gerne gebe ich wiedereinmal ein Update zu meinen Erfahrungen mit LEND, dies aus aktuellem Anlass. Erstens habe ich letztens den Werbespot von LEND gesehen (de Huber brucht Gäld) und zweitens sind mir in der gleichen Woche drei der Gründer in einem Restaurant in Zürich (Thai Bamboo, ein Geheimtipp, Preis-/Leistungsverhältnis stimmt absolut)  über den Weg gelaufen. Die Gründer habe ich Anfang dieses Jahres an einem LEND Event sowie bei einem Besuch im Büro kennengelernt. Daher habe ich wiedermal geschaut was so passiert ist bei der Plattform. Ich muss gestehen, mein Portfolio habe ich nicht wirklich gross angeschaut in der letzten Zeit (gut, hat auch nur 2 Kredite drin), aber die Zahlungen sind auch mehr oder weniger pünktlich gekommen. Also schon mal gut.

LEND hat noch immer 0 Ausfälle – was heisst das genau?

Gemäss den Angaben von LEND ist noch kein Kredit ausgefallen (defaulted). Das ist doch wunderbar? Natürlich, aber man muss sich damit auseinandersetzen, wie ein Ausfall definiert wird. LEND hält sich hier an die Definition der peer to peer finance association (runter scrollen) , welche einen Kredit als ausgefallen gilt, sobald er mehr als 120 Tage überfällig ist (plus weitere Kriterien). Zusätzlich findet man bei der p2pfa auch eine Definition zu Verspätungen und Dergleichen, sowie Statistiken. Die p2pfa ist ein Zusammenschluss von (momentan) 7 britischen p2p Plattformen, welcher sich zum Ziel gesetzt hat eine einheitliche Regelung sowie Transparenz im p2p Markt zu schaffen.

Das heisst nun im Fall von LEND, dass noch kein Kredit mehr als 120 Tage überfällig ist. Das ist schon einmal eine starke Leistung und zeigt, dass die Plattform auf einem soliden Fundament steht. Das heisst aber auch, dass es theoretisch eine hohe Anzahl an Darlehen geben könnte, welche verspätet sind bis zu 120 Tagen. Das dem nicht so ist, kann man zum Beispiel an den publizierten erwarteten Ausfallraten erkennen. Aber auch hier, mit Vorsicht zu geniessen, denn es ist ja noch kein Kredit ausgefallen, also beziehen sich die Daten auf Erwartungen (welche für den Schweizer Privatkreditmarkt allgemeingültig sein können), aber nicht direkt auf das Kreditportfolio von LEND. Die Erwartungen könnten sich also als ungenau erweisen.

Warum man bei LEND investieren (oder einen Kredit aufnehmen) kann

Ich schreibe bewusst, warum man investieren (oder aufnehmen)  kann, und nicht soll, da ich finde, dass diese Entscheidung jedem Investor (Schuldner) selbst überlassen werden sollte. Für LEND sprechen aus meiner Sicht die folgenden Argumente:

Das Gründerteam ist erfahren und hat schon so einiges erreicht im Berufsleben. Trotzdem sind die Herren nicht abgehoben und man kann gut mit Ihnen reden (und ein Bier trinken ;)). Der bisherige Verlauf spricht für LEND, auch was die Transparenz angeht. Zum Vergleich: eine andere Schweizer Plattform vertröstet mich schon mehr als ein Jahr bezüglich Ausfalldaten etc (obwohl man schon bald 10 Jahre am Markt ist). Auch ein Grund für mich (Vergleich in der Grafik) sind natürlich die enorm tiefen Zinsen im Schweizer Franken. Auf dem Sparkonto gibt es nichts und Anleihen mit BBB Rating (das ist eine Stufe über Junk, und vor 10 Jahren hätten die meisten Anleger diese Kategorie gemieden) rentieren deutlich unter einem Prozent. Ich bin nicht ganz einverstanden, dass das Sparkonto und der BBB Bond mit Privatkrediten aus Risikosicht verglichen werden können, aber als Anschauungsbeispiel geht das allemal.

Investor oder Kreditnehmer werden geht ganz einfach über diesen Link.

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Property Partner – Crowdinvesting in Immobilien

Nachdem ich euch vor einigen Tagen von Property Moose berichtet habe, stelle ich euch heute eine ähnliche crowdinvesting Plattform vor: Property Partner. Bevor ich weiter ins Detail gehe, mache ich euch noch auf den Willkommensbonus hin: registriert ihr euch über einen Link auf meinem Blog für Property Partner, und investiert in der Summe eintausend GBP (egal wann, ob in 20 Projekten je 50 oder nur in einem mit 1k) erhaltet ihr 50 GBP Bonus (welchen ich auch erhalte würde).

In welchem Segment ist Property Partner aktiv?

Hier scheint es einen Fokus auf mittelpreisige Ein- oder Mehrfamilienhäuser zu geben, welche dann Mieterträge erwirtschaften. Regional betrachtet gibt es scheinbar keinen klaren Fokus, wie das andere Plattformen handhaben. Man kann in Immobilien investieren in Manchester, wie auch in London, welches sonst teilweise gemieden wird, aufgrund des massiven Preisanstiegs der letzten Jahre.

Beispielbild einer Porperty Partner Immobilie

Wie funktioniert das Investieren?

Um Chancengleichheit zu gewähren werden die Projekte zuerst im pre-order (= Vorbestellung) Status auf die Plattform gestellt. Die Investoren können dann für einige Tage ihre Anteile zeichnen. Nach der Vorbestellungsperiode werden bei einer Überzeichnung die Anteile gekürzt. Falls noch nicht alles gezeichnet sein sollte, kommt die Immobilie auf den Primärmarkt, wo weitergezeichnet werden kann.

Ich spreche von Zeichnen, da hier Aktien (Shares) am Immobilienprojekt gezeichnet werden. Man ist hier also im Eigenkapitalbereich und nicht Gläubiger von Fremdkapital. Die Mindestanlagesumme ist GBP 50 pro Projekt.

Als sehr netten Bonus empfinde ich, dass man sofort nach Gebotsabgabe Geld verdient und an den Mieteinnahmen beteiligt ist. Somit liegt das Geld nicht während der Finanzierungsphase herum.

Wie kann man Geld einzahlen?

Dies funktioniert normal mit einer Banküberweisung (Ich empfehle je nach Summe entweder Transferwise oder Currencyfair zu nutzen, massive Gebührenersparniss).

Weiter kann man mittels Debitkarte sofort Geld einzahlen. Achtung: Nur per Debitkarte (= spezielle Kreditkarte mit Guthaben) und nicht per Kreditkarte. Ich hatte den feinen Unterschied prompt überlesen und bin schier verzweifelt, weil es nicht funktioniert hat. Wer die Beschreibung liest, ist klar im Vorteil 😉

Wie hoch sind die Renditen, Laufzeiten und Sekundärmarkt?

Die Renditen bewegen sich von 3.5 bis 4.5 Prozent, hier ist die Rendite der Mieteinnahmen gemeint. Weiter rechnet man mit einer Wertsteigerung der Immobilie von mehreren Prozent jährlich. So sollte man im Schnitt auf 7 bis 10 Prozent pro Jahr kommen. Aber das natürlich nur, wenn alles gut geht. Mögliche Risiken habe ich schon bei Property Moose aufglistet, welche 1 zu 1 Gültigkeit in Bezug auf Property Partner haben. Her nochmals kurz die drei Hauptrisiken:

  • Mieteinnahmen bleiben aus
  • Höhere Unterhaltskosten
  • Korrektur am Immobilienmarkt

Die Laufzeiten sind üblicherweise mit 5 Jahren angegeben. Wer kürzere Laufzeiten möchte, kann am Sekundärmarkt verkaufen oder kaufen. Eine Garantie auf Liquidität und faire Preise gibt es dort verständlicherweise aber nicht. Dort spielt Angebot und Nachfrage.

Fazit

Mir gefällt die Website und die Plattform sehr gut. Diese wirken durchdacht und funktionieren einwandfrei. Was die Projektqualität betrifft wird es die Zukunft zeigen. Bis jetzt habe ich noch keine allzu grossen Schwierigkeiten gesehen.